Universität Bonn
 

Institutionen-Mapping und Bibliographie zu
„Staatsversagen und Good Governance“

Institutional Mapping and Bibliography
on State Failure and Good Governance


3. Institutionen in Deutschland

3.1. Forschungseinrichtungen

3.1.1. Arbeitsstelle Transatlantische Aussen- und Sicherheitspolitik (ATASP), Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin

3.1.2. Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI), Freiburg

3.1.3. Bonn International Center for Conversion (BICC), Bonn

3.1.4. Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn

3.1.5. Deutsches Orient-Institut (DOI), Hamburg

3.1.6. Deutsches Übersee-Institut (DÜI), Hamburg

3.1.7. Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln

3.1.8. Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt

3.1.9. Humboldt-Universität, Berlin

3.1.10. Institut für Afrika-Kunde (IAK), Hamburg

3.1.11. Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig

3.1.12. Institut für Asienkunde (IFA), Hamburg

3.1.13. Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Duisburg

3.1.14. Max Planck Institute for Social Anthropology, Halle

3.1.15. Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin

3.1.16. Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

3.1.17. Wissenschaftszentrum (WZB), Berlin

3.1.18. Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn

3.2. Politische Stiftungen

3.2.1. Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Bonn

3.2.2. Heinrich Böll Stiftung (HBS), Berlin

3.2.3. Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Sankt Augustin

3.3. Weitere Stiftungen und Vereinigungen

3.3.1. Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), Bonn

3.3.2. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

3.3.3. Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)

3.4. Bundesregierung, Durchführungsorganisationen und Kooperation Staat-Zivilgesellschaft

3.4.1. Bundesregierung (übergreifend)

3.4.2. Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Bonn und Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn

3.4.3. Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt)



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3.1. Forschungseinrichtungen

3.1.1. Arbeitsstelle Transatlantische Aussen- und Sicherheitspolitik (ATASP), Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin

Project: Global Governance, Troubled Societies and the Future of the International System

Kurzbeschreibung:

Die traditionelle Unterscheidung zwischen hierarchischer Ordnung im Innern der Nationalstaaten und einer anarchischen Unordnung des internationalen Systems lässt sich heute nicht mehr aufrechterhalten. Denn erstens sind die internationalen Beziehungen auf vielfältige Weise durch internationale Regime und Organisationen verrechtlicht und verregelt. Zweitens nehmen außerhalb der OECD-Welt die politischen Räume zu, in denen klassische Staatlichkeit im Sinne des Gewaltmonopols nach innen und außen sowie eines Mindestmaßes an Rechtssicherheit nicht oder nur begrenzt gegeben ist. Man denke z. B. an Afrika südlich der Sahara, die Krisenregionen des Nahen und Mittleren Ostens sowie viele Länder Lateinamerikas. Die zentrale Ausgangsthese unserer Forschungskooperation lautet, dass sich Politik im 21. Jahrhundert jenseits der OECD-Welt zunehmend auf solche Räume begrenzter Staatlichkeit einstellen muss, sowohl im internationalen System als auch im Innern vieler Länder. Wie und unter welchen Bedingungen kann in Räumen, in denen klassische Staatlichkeit nur begrenzt gegeben ist, regiert werden und können politische Probleme gelöst werden? Welche neuen Formen des Regierens („governance“) unter Einbeziehung nicht-staatlicher Akteure (Unternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen) bilden sich in diesen Räumen heraus, und wie sind diese hinsichtlich ihrer Problemlösungsfähigkeit und Legitimität zu beurteilen? Dies sind die zentralen Fragestellungen der geplanten Forschungskooperation. Dabei geht es auch um die Rolle von Kooperationspartnerschaften von Staaten, internationalen Organisationen und transnationalen nicht-staatlichen Akteuren bei der Bewältigung politischer Probleme vor Ort in Räumen begrenzter Staatlichkeit. Projektbeginn war im Frühjahr 2004. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Research Directors: Prof. Thomas Risse (FU Berlin), Prof. Stephen Krasner (Stanford University).

Links:

http://www.fu-berlin.de/atasp/projects.htm#Global Governance, 
Troubled Societies and the Future of the International Systems

Kooperation mit:

Stanford University (6.1.14).

Finanzierung:

Max-Planck-Preis 2003 für internationale Kooperation, Preisträger Prof. Dr. Thomas Risse.




3.1.2. Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI), Freiburg

Grundlagenforschung: Übergang zur Demokratie und demokratische Stabilisierung (good governance)

Kurzbeschreibung:

Die während der letzten Jahre international stark entwickelte Transitionsforschung stützt sich überwiegend auf zeitgeschichtliche Ansätze, Institutionsanalysen und Elitestudien. Die Arbeiten des Instituts richten sich darüber hinaus und vorrangig auf empirische Analysen von Einstellungen und Meinungen der Gesamtbevölkerung. Es mag zwar nicht ausgeschlossen sein, dass es in Übergangsphasen "Demokratien ohne Demokraten" gegeben hat oder gibt; es ist jedoch wenig wahrscheinlich, dass sie ohne Demokraten lange Demokratien bleiben. Es sind Projekte zu „Parlamentarismus in Asien“, „Einstellungen zur Demokratie im metropolitanen Kinshasa“ in Bearbeitung. Zudem hat das ABI eine Auftragsarbeit für die GTZ zu „Demokratie und Good Governance in jungen Demokratien“, eine Querschnittsanalyse für das BMZ zu „Demokratie und Good Governance in Ländern mit schwierigen Rahmenbedingungen“ sowie im Auftrag des Centrums für angewandte Politikforschung eine von der Bertelsmann-Forschungsgruppe Politik finanzierte Studie zum „Management von Entwicklungs- und Transformationsstaaten“ durchgeführt. Weitere Details finden sich bei den entsprechenden Einrichtungen. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Theodor Hanf (Direktor), Prof. Dr. Jürgen Rüland (Direktor), PD Dr. Heribert Weiland (Geschäftsführer), Dr. Ingrid Wehr, Dr. Sabine Kurtenbach und weitere.

Publikationen:

Hanf, Theodor, 1990: Koexistenz im Krieg: Staatszerfall und Entstehen einer Nation im Libanon. 1. Aufl. Baden-Baden: Nomos.
Kurtenbach, Sabine/Heribert Weiland, 2004: Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Demokratie und Good Governance. Querschnittsauswertung der Länderstudien aus Äthiopien, Angola, Guatemala und Kambodscha. Abschlußbericht Januar 2004, ZEP 02/A8. Bonn: Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung.
Weiland, Heribert, 2003: Auf dem Weg zur marktwirtschaftlichen Demokratie: Internationales Ranking von Entwicklungs- und Transformationsstaaten: Fallstudie Namibia. unveröffentlicht, Freiburg.

Links:

http://www.arnold-bergstraesser.de/grundlagenforschung.htm

Kooperation mit:

GTZ und BMZ (3.4.2.).




3.1.3. Bonn International Center for Conversion (BICC), Bonn

Projekt: “Monitoring Afghan Security Sector Reform” (Januar-Dezember 2003)

Kurzbeschreibung:

The project will continue the collection of information on the security situation in Afghanistan. In particular, developments relating to the five main pillars of the security sector reform process will be monitored and analyzed: military reform; police reform; judicial reform; counter-narcotics; and the disarmament, demobilization and reintegration of ex-combatants.
Objective: To expand a BICC knowledge base on security sector reform and peace-building processes in Afghanistan; to provide consultation to governments, NGOs, intergovernmental organizations, and businesses; and to promote the exchange of ideas between policy-makers, experts, and practitioners on these issues. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

http://www.bicc.de/info/staff/staffpages/sedra.html Mark Sedra

Publikationen:

Sedra, Mark (Hg.), 2003: Confronting Afghanistan's Security Dilemma: Reforming the Security Sector. BICC Brief. Nr. 28. Bonn: Bonn International Center for Conversion.

Links:

http://www.bicc.de/projects/project_files/423_ssrafgh.html

Kooperation mit:

ZEF (3.1.18.)


Weiteres Projekt mit mittelbarem Bezug zu Staatsversagen: Die Rolle externer wirtschaftlicher Akteure in Bürgerkriegsökonomien und ihre Bedeutung für Kriegsbeendigungsstrategien in Afrika südlich der Sahara

Ansprechpartner:

Wolf-Christian Paes, Michael Brzoska

Publikationen:

Paes, Wolf-Christian, 2001: Patrioten, Politunternehmer, Profiteure. Zur politischen Ökonomie von Bürgerkriegen, in: Wissenschaft und Frieden, 19 (2001) 3, S. 7-11.

Links:

http://www.bicc.de/projects/project_files/111_ecwarend.html

Kooperation mit:

SEF (3.3.1.), ZEF (3.1.18.)




3.1.4. Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn

Abteilung II: Armutsorientierte Entwicklung; regionale Integration, Governance/ Regionaler Schwerpunkt: Subsahara-Afrika

Kurzbeschreibung:

Die Abteilung beschäftigt sich u.a. mit der Suche nach geeigneten Ansatzpunkten für die Entwicklungszusammenarbeit, um Prozesse der Konsolidierung des staatlichen Rahmens, der Demokratisierung sowie der Armutsbekämpfung und Ernährungs­sicherung zu unterstützen. Neuere Formen der Entwicklungszusammenarbeit (wie Programmfinanzierung) und damit verbundene Analyseinstrumente (v.a. im Bereich des Budgetmanagements) sind dabei von Bedeutung. Spezifisch zum hier relevanten Themenbereich wurde zuletzt eine DIE-Überblicksstudie (s.u.) erstellt, die insbesondere Handlungsoptionen im Kontext von instabilen und zerfallenden Staaten thematisiert.
Zudem wurde Ende 2003 ein internes Hintergrundpapier über „Indikatorenmodelle zu Struktureller Stabilität, State Failure und Good Governance“ erarbeitet.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt außerdem das Verhältnis von militärischen und entwicklungspolitischen Komponenten in Post-Konflikt-Situationen. Quelle: Website (s.u.), persönliche Kommunikation.

Ansprechpartner:

Dirk Messner (Geschäftsführer), Stephan Klingebiel (Abteilungsleiter), Katja Roehder

Publikationen:

Klingebiel, Stephan/Huria Ogbamichael, 2003: Poor performing countries – Ausgrenzung oder Förderung durch Entwicklungszusammenarbeit? Draft, April 2003, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn.
Klingebiel, Stephan, 2004: Entwicklungspolitische Strategien in instabilen und zerfallenden Staaten Subsahara-Afrikas. 15. Afrika-Gesprächskreis des Auswärtigen Amtes mit der Wissenschaft, Berlin, 07.05.2004. Deutsches Institut für Entwicklungspolitik.
Roehder, Katja, 2004: Entwicklungspolitische Handlungsfelder im Kontext erodierender Staatlichkeit in Subsahara-Afrika. Discussion-Paper 5/2004. Bonn: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik.

Links:

http://www.die-gdi.de/die_homepage.nsf/FSdauf?OpenFrameset

Kooperation mit:

ZEF (3.1.18.)




3.1.5. Deutsches Orient-Institut (DOI), Hamburg

Forschungsschwerpunkt: Perspektiven politischer Transformation in Nordafrika, Nah- und Mittelost.
Projekt: Perspektiven der politischen Rekonstruktion Iraks

Kurzbeschreibung:

Im Zusammenhang mit dem mittelfristigen Forschungsschwerpunkt des DOI (2003-2006) zu Perspektiven politischer Transformation in Nordafrika, Nah- und Mittelost, gewinnt die Untersuchung des Fallbeispiels Irak - angesichts der globalen Brisanz - eine besondere Bedeutung. Ungeachtet des tatsächlichen Verlaufs und der Folgen des Krieges vom Frühjahr 2003 für Irak und die Region sind in seinem Zusammenhang grundsätzliche Fragen des zukünftigen politischen Transformationsprozesses im Vorderen Orient und in Nordafrika aufgeworfen worden. Dazu zählt in erster Linie der Anspruch der US-Regierung, mit und nach einem forcierten Regimewechsel in Bagdad Grundlagen für einen modellhaften Demokratisierungsprozess in der arabisch/islamischen Welt zu schaffen. Können also Demokratie und "good governance" von West nach Ost exportiert bzw. von Ländern wie Irak importiert werden?
Das laufende Forschungsprojekt "Perspektiven der politischen Rekonstruktion Iraks" beinhaltet darüber hinaus noch einen weiteren Schwerpunkt, der sich aus dem hier unitären Fall einer sowohl extern induzierten Staatsgründung, als auch Staats-/ Regimezerschlagung ergibt, der eine extreme Bandbreite von Entwicklungsperspektiven eröffnet: faktisch von der autochthonen, selbst bestimmten Ausgestaltung eines neuen Staates bis zu dessen vollständiger Auslöschung als Völkerrechtssubjekt. Das aktuelle Projekt nutzt Ergebnisse von Vorarbeiten, die sich mit dem Elitenwandel in Irak und der Erosion des Ba’th-Regimes beschäftigten. Dabei wurde die Hypothese bestätigt, dass die jahrelange forcierte Binnenmigration, der Regimeterror und insbesondere die Auswirkungen des UN-Embargos zu neuen Trennlinien innerhalb der irakischen Gesellschaft geführt haben, die die traditionellen Linien entlang ethnischer und konfessioneller Parameter nicht komplett ersetzen, aber überlagern.
Signifikante Trennlinien verlaufen z.B. zwischen Stadt und Land, staatlichen und Stammesstrukturen und - vor allem - arm und reich. Diese Erkenntnisse verhalfen zu fundierter Kritik an Plänen der US-Zivilverwaltung, Fehler der Vergangenheit, die bis zur kolonialen Staatsgründung zurückreichen, zu wiederholen. Die Neuordnungskonzepte der CPA überbetonten ethnisch/ konfessionelle Parameter und würden bei ihrer Realisierung in einer Sackgasse (Libanonisierung) enden. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

PD Dr. Henner Fürtig, Prof. Dr. Adel Al Kayar

Links:

http://www.duei.de/doi/de/content/forschung/irakforschung/
irakforschung.html

Das DOI ist Teil des DÜI (siehe 3.1.6.).


Projekt: Staatsbildung und Staatszerfall in den Regionen der Dritten Welt

Kurzbeschreibung:

Im Sommer 2001 abgeschlossenes, dreijähriges Forschungsprojekt zum Thema "Staatsbildung und Staatszerfall in den Regionen der Dritten Welt". Internationale Kooperation mit WissenschaftlerInnen aus Frankreich, Belgien, den USA, Rußland und Georgien. Untersuchte die Wirkungs­zusammen­hänge von Staatsbildung, Staatszerfall und Rekonstituierung von Staatlichkeit in Regionen der Zweiten und Dritten Welt. Wenig Informationen verfügbar. Förderer: DFG, DAAD, ACLS, Fritz-Thyssen-Stiftung. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dr. Klaus Schlichte (siehe auch ), Boris Wilke

Links:

http://www.rrz.uni-hamburg.de/duei/fp/2001/doi-forschung2001.html#18


3.1.6. Deutsches Übersee-Institut (DÜI), Hamburg

Projekt: DÜI-Forschungsprogramm 3: Gewalt, Sicherheit und Krisenprävention

Kurzbeschreibung:

Die Forschungsgruppe wurde 1999 als FG "Krisenprävention und Peace-building" gegründet, um die in den regionalen Arbeitseinheiten des DÜI bestehenden Kompetenzen zu bündeln und zu vernetzen. In allen Verbundsinstituten des DÜI hatte die Analyse von Konflikt- und Krisensituationen, wie auch die Frage nach den (internationalen) Möglichkeiten zur Beendigung von bürgerkriegsähnlichen Konflikten, bereits jahrzehntelang einen zentralen Forschungsschwerpunkt gebildet. Vor diesem Hintergrund wurde die Forschungsgruppe einerseits mit dem Ziel ins Leben gerufen, Ergebnisse der Friedens- und Konfliktforschung mit den regionalen Kontextvariablen abzugleichen und entsprechend weiterzuentwickeln. Andererseits sollte die somit vernetzte wissenschaftliche Kompetenz mit Praxisnähe verbunden und die Ergebnisse in die Politikberatung transferiert werden.
Neben den bei den Mitgliedsinstituten (siehe 3.1.5., 3.1.18., 3.1.12.) aufgeführten Projekten sind in diesem Forschungsprogramm folgende Vorhaben integriert: Eskalationsdynamik und Gewaltprävention. Von der Ursachenanalyse zur Verhinderung von kriegerischen Konflikten, Vergangenheitspolitik in Lateinamerika (Oettler/Nolte), Menschenrechte in Theorie und Praxis: Der Fall Saudi-Arabien (Fürtig). Quelle: Website (s.u.)
Im Januar 2004 wurde als Teil einer Veranstaltungsreihe mit der SWP und dem ZEF ein Workshop zum Thema durchgeführt. Am 05.07.2004 fand beim DÜI in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Globalisierung und Governance der Universität Hamburg eine Konferenz zum Thema „Was ist Governance?“ statt.

Ansprechpartner:

Andreas Mehler (Leitung), Anika Oettler (Koordination), Matthias Basedau, Martin Beck, Klaus Bodemer, Ulrike Borchardt, Marco Bünte, Henner Fürtig, Heike Holbig, Sabine Kurtenbach, Hanspeter Mattes, Volker Matthies, Sonja Siegmund, Wolfgang Schreiber, Andreas Ufen

Publikationen:

Siehe Teilprojekte.

Links:

http://www.duei.de/show.php/de/content/forschung/fg3.html

Kooperation mit:

ZEF (3.1.18.), SWP (3.1.16.)




3.1.7. Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln

Projekt: State Failure and Regional Security

Kurzbeschreibung:

Prof. Dr. Thomas Jäger’s professorship runs a website which serves both as a gateway to the study of state failure and as the reference site of a PhD project. The gateway offers a list of annotated links to projects and scholarly articles on state failure as well as a special section on State Failure in Colombia. The pages are updated frequently and have greatly benefited this institutional mapping excercise.
Daniel Lambach’s Ph.D. project is concerned with analyzing the effects that weakness and failure of a state generate with respect to neighbouring countries. It is posited that existing theories of 'national security' are unsuited for this purpose, as they take the state to be an actor rather than the referent object of security. Furthermore, these theories do not disaggregate the state, but rather lump together analytically separate concepts like government, regime, territory, population and bureaucracy within a single phrase. Therefore, this project builds upon a theory of security developed by Mohammed Ayoob and understands security to be the territorial and institutional stability of the state structure, as distinct from the stability of the regime or the government, respectively. Based on this conceptualization of security, this project seeks to analyze the phenomenon of state failure and state collapse from a Security point of view. It examines the hypothesis that state failure has - overwhelmingly negative - knock-on effects on neighbouring states. Another underlying hypothesis is that security of state structures is fundamentally interdependent, in the sense that if one state fails, the stability of other states in the region is negatively affected, leading to regional cycles of state failure and collapse. To validate these hypotheses, the concept of state failure will be operationalized, and the above assumptions empirically tested. Additionally, attention will be paid to how serious policy practitioners view the problem of weak states and what priority it is assigned on most states' foreign policy agendas when compared to military, economic or cultural considerations. This project has the purpose of introducing the problem of state failure to Security Studies, where it has, so far, only been paid lip service. Furthermore, it serves to further the discussion on state failure by extending research in a more empirical direction, to allow testing of the existing jumble of theories. This project is not about developing a new global security paradigm. The concept of 'state security' from a regional point of view shall be expressly limited to the weak and failing states of the Third World. Every state faces different challenges that are deemed dangers so serious as to warrant emergency measures to combat them, so a single unifying definition of security seems to be out of reach. Quelle: Website (s.u.), modifiziert.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Thomas Jäger, Daniel Lambach

Links:

http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/statestart.html




3.1.8. Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt

Forschungsgruppe III: Demokratisierung und der innergesellschaftliche Friede

Kurzbeschreibung:

Die Forschungsgruppe III untersucht den Zusammenhang zwischen Demokratisierung und innergesellschaftlichem Frieden. Im Mittelpunkt der Debatte um den demokratischen Frieden steht die Frage, ob und wie demokratische Herrschaftsordnungen eine friedliche Austragung von Konflikten nach außen bewirken. Weit weniger Aufmerksamkeit hat dagegen die Demokratisierung und damit die Entstehung solcher Ordnungen gefunden sowie die Wirkung dieser Demokratisierungsprozesse auf die friedliche Austragung von Konflikten im Inneren. Dem will sich die Forschungsgruppe annehmen.
Zum einen richtet sie den Blick auf die etablierten Demokratien und setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie diese gegenüber undemokratischen Regimen im Sinne des Theorems vom demokratischen Frieden zur Ausbreitung der demokratischen Herrschaftsform beitragen. Das Erkenntnisinteresse der Forschungsgruppe richtet sich hier vor allem auf die Bestimmungsfaktoren und die Widersprüche der Demokratisierungspolitik von außen, wobei die Frage im Mittelpunkt steht, wie die etablierten Demokratien mit den Problemen bei der Umsetzung ihrer Demokratisierungsagenda, unbeabsichtigten Nebenwirkungen und Zielkonflikten umgehen. Das zweite Erkenntnisinteresse konzentriert sich auf die aktuellen Demokratisierungsprozesse sowie das Gewaltniveau im Inneren. In systematischer Analogie zum Theorem vom demokratischen Frieden steht hier der Zusammenhang zwischen Demokratisierung und Gewalt auf gesellschaftlicher Ebene im Mittelpunkt. So wird einmal der Frage nachgegangen, in welcher Weise und Form spezifische sozioökonomische Konstellationen und kulturelle Dispositionen auf das Gewaltniveau in Demokratisierungsprozessen einwirken oder gar zum Entstehen von Gewaltsystemen beitragen. Zum anderen geht es um die Überwindung ehemals in Bürgerkriegen virulenter Gewalt durch Demokratisierung und damit um deren transformatorische Wirkung auf das gesellschaftliche Gewaltpotenzial. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Lothar Brock (Leiter, mittlerweile emeritiert), Susanne Buckley-Zistel, Catherine Götze, Peter Kreuzer, Bernhard Moltmann, Bruno Schoch, Hans-Joachim Spanger, Mirjam Weiberg, Heidrun Zinecker, Thorsten Gromes, Cordelia Koch, Anna Schor-Tschudnowskaja, Jonas Wolff, Semiramis Akbari

Publikationen:

Spanger, Hans-Joachim, 2002: Die Wiederkehr des Staates: Staatszerfall als wissenschaftliches und entwicklungspolitisches Problem. HSFK-Report 1/2002. Frankfurt a.M.: Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.
Brock, Lothar, o.J.: Nation-building – Prelude or Belated Solution to the Failing of States? Mimeo. Frankfurt.
Gromes, Thorsten, 2002: Den Frieden abgewählt? Die Friedenskonsolidierung in Bosnien und Herzegowina und die Wahlen im Oktober 2002. HSFK-Report 4.

Links:

http://www.hsfk.de/group.php?id=7&language=de

Neben den unten aufgeführten bestehen folgende mittelbare relevanten Projekte in der Forschungsgruppe: „Politische, kulturelle und sozioökonomische Bestimmungsfaktoren von Gewalt in fragmentierten Gesellschaften (am Beispiel von Lateinamerika sowie Süd- und Südostasien)”, „Between Past and Future. An Assessment of the Transition from Conflict to Peace in Post-Genocide Rwanda”, „Konkordanzdemokratische Verfassungen und Friedenssicherung: Das Beispiel Libanon“.


Projekt: Demokratieförderung als Risikostrategie: die Demokratisierungspolitik der Demokratien

Kurzbeschreibung:

Das Projekt untersucht in vergleichender Perspektive die außen- und entwicklungspolitischen Aktivitäten der USA und Deutschlands zur Förderung demokratischer Ordnungen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts.
Konkret geht es in dem Projekt darum, welche Auswirkungen spezifische Konfliktsituationen auf Ziel und Praxis der Demokratieförderung haben. Damit sind solche Situationen gemeint, in denen aus Sicht der beiden Geber USA und Deutschland unmittelbar wirksame sicherheitspolitische, ökonomische und normative Präferenzen in Konflikt zur langfristigen Orientierung auf globale Demokratisierung geraten. Das Projekt zielt darauf, grundlegende Reaktionsmuster sowie systematische Ähnlichkeiten und Varianzen in den Reaktionsmustern (im Geber- und Empfängervergleich) empirisch zu erfassen und diese zu erklären.
Das Projekt untersucht mit den USA den normativen Hegemon und herausragenden globalen democratizer. Als Vergleichsfall wird Deutschland herangezogen, um die Spezifika der einzigen Super- und insofern auch Weltordnungsmacht kontrollieren zu können. Dabei ist Deutschland wie die USA nicht nur eine liberale Demokratie, sondern auch einer der wichtigsten Akteure in der Demokratieförderung und weist als Exportnation ähnliche globale wirtschaftliche Interessen an einem stabilen Kooperationsumfeld auf. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Lothar Brock (Leiter, mittlerweile emeritiert), Hans-Joachim Spanger, Jonas Wolff

Publikationen:

Spanger, Hans-Joachim, 2001: Die Fesseln der Konditionierung. Demokratieexport nach Russland als Politikersatz. HSFK-Reports 4.
Spanger, Hans-Joachim/Jonas Wolff, 2003: Armutsreduzierung durch Demokratisierung? PRSP: Chancen und Widersprüche einer neuen entwicklungspolitischen Strategie. HSFK-Report 6.

Links:

http://www.hsfk.de/project.php?id=639&language=de


Projekt: Der Beitrag von extern induzierter Demokratisierung zur Friedenskonsolidierung in Nachkriegsgesellschaften

Kurzbeschreibung:

Das Projekt untersucht anhand von Fallanalysen und einem systematisch angelegten Vergleich der drei prominentesten europäischen Nachkriegsgesellschaften Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Nordirland, wie sich Demokratisierungsprozesse durch unterschiedliche Formen der Intervention und externen Präsenz entwickeln und ob es auf diese Weise gelingt, die zuvor gewaltsam ausgetragenen Konflikte friedlich zu transformieren.
Alle Friedensabkommen zur Beendigung von Bürgerkriegen seit 1989 beabsichtigen, durch Demokratisierung das Ziel eines nachhaltigen Friedens zu erreichen (Paris 2001). Die historische Erfahrung lehrt indes, dass Demokratisierung ihrerseits auch Gewaltpotentiale freisetzen kann (Snyder 2000). Deshalb stellt sich die Frage, inwieweit dies durch externe Eingriffe bzw. ein Engagement der „internationalen Staatengemeinschaft“ verhindert und damit umgekehrt die friedensstärkende Wirkung von Demokratien entfaltet werden kann. Dabei steht extern gesteuerte Demokratisierung in den von uns untersuchten Fällen vor besonderen Dilemmata, da sie nicht nur Selbstbestimmung durch Fremdbestimmung ersetzt, sondern auch den Gemeinwesen Demokratien verordnet, ohne zuvor deren Grenzen im Einvernehmen zu bestimmen. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Bernhard Moltmann, Bruno Schoch, Thorsten Gromes

Publikationen:

Gromes, Thorsten, 2002: Den Frieden abgewählt? Die Friedenskonsolidierung in Bosnien und Herzegowina und die Wahlen im Oktober 2002. HSFK-Report 4.
Schoch, Bruno, 2003: Gegen weitere staatliche Zersplitterung. Plädoyer für multinationale Vielfalt in Belgrad, Podgorica und Pristina. HSFK-Reports 2.

Links:

http://www.hsfk.de/project.php?id=646&language=de




3.1.9. Humboldt-Universität, Berlin

Projekt: Nachwuchsgruppe: Mikropolitik bewaffneter Gruppen

Kurzbeschreibung:

Die klassische Vorstellung vom Krieg als eines organisierten Gewaltaktes zwischen Staaten wird dem Charakter der kriegerischen Konflikte der Gegenwart nicht mehr gerecht. Staatliche Sicherheitskräfte sind nicht mehr die alleinigen Akteure in diesen Kriegen, sondern gewaltsame Gruppen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Organisation dominieren das Erscheinungsbild der Kriege der Gegenwart. Der Charakter dieser Gruppen ist zur Kernfrage bei der Einschätzung des Formwandels des Krieges geworden und darüber hinaus für alle Fragen der politischen Einhegung von Kriegen bedeutsam.
Die Nachwuchsgruppe widmet sich der Erforschung der inneren Dynamik bewaffneter Gruppen in zeitgenössischen Kriegen und bewaffneten Konflikten. Schwerpunkte der interdisziplinär angelegten Untersuchungen sind die sozialen Ursprünge und Modi der Rekrutierung, die innere Organisation im Verlauf bewaffneter Konflikte und die Probleme der Transformation bewaffneter Gruppen in Nachkriegsgesellschaften.. Die von der "VolkswagenStiftung" finanzierte Gruppe hat ihre Arbeit im November 2001 aufgenommen, Gesamtlaufzeit des Projekts beträgt fünf Jahre. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dr. Klaus Schlichte (Leitung) (siehe auch ), Astrid Nissen, Katrin Radtke, Jago Salmon, Barbara Lemberger

Publikationen:

Schlichte, Klaus, 1996: Das Chaos der Gewalt und die Regeln des Marktes: Zur Behinderung von Friedensprozessen durch Kriegsökonomien, in: Birckenbach, Hanne-Margret, Jäger, Uli, Wellmann, Christian (Hg.), 1996: Jahrbuch Frieden 1997. Konflikte, Abrüstung, Friedensarbeit. München: Beck, pp. 140-148.
Schlichte, Klaus, 1996: Krieg und Vergesellschaftung in Afrika. Ein Beitrag zur Theorie des Krieges. Münster: Lit-Verlag.
Schlichte, Klaus, 1998: Struktur und Prozess: Zur Erklärung bewaffneter Konflikte im nachkolonialen Afrika südlich der Sahara, in: Politische Vierteljahresschrift, 39 (1998) 2, S. 261-281.
Schlichte, Klaus, 1998: Why States Decay. A Preliminary Assessment. Arbeitspapier 2/1998. Hamburg: University of Hamburg – IPW (Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung/Research Unit of Wars, Armament and Development.
Schlichte, Klaus/Boris Wilke, 2000: Der Staat und einige seiner Zeitgenossen. Zur Zukunft des Regierens in der Dritten Welt, in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 7 (2000) 2, S. 359-384.

Links:

http://www2.rz.hu-berlin.de/mikropolitik/?area=projekt




3.1.10. Institut für Afrika-Kunde (IAK), Hamburg

Projekt: Illegitime Gewaltmonopole und legitime „Gewaltoligopole“ - Aspekte struktureller Instabilität

Kurzbeschreibung:

In vielen Staaten Afrikas zeichnet sich ab, dass ein legitimes Gewaltmonopol zwar grundsätzlich als Voraussetzung für den weitgehend friedlichen Umgang mit Konflikten unter dem Leitbild der „Strukturellen Stabilität“ gelten kann, aber in der Realität repressive Regime ein weitgehend illegitimes Gewaltmonopol herstellen (Rwanda, Togo) oder Gewaltoligopole bestehen, die mitunter sogar empirisch als legitim angesehen werden (periphere Gebiete z.B. in Nigeria, Côte d'Ivoire). Allerdings führen Konkurrenz und unklare Verhältnisse in Zonen ethnischer oder religiöser Überlappung fast automatisch zu Gewalt zwischen Anhängern verschiedener Autoritäten. Was bedeutet dies für die Suche nach „Struktureller Stabilität“? Können legitime Gewaltmonopole überhaupt auf legitime Weise herbeigeführt werden? Wie können externe Akteure mit der Vielfalt von gewaltfähigen Autoritäten produktiv umgehen? Wie arrangiert sich die lokale „Zivilgesellschaft“ mit illegitimen Gewaltmonopolen und legitimen Gewaltoligopolen? Und wie gehen externe Akteure im Rahmen einer Politik der Krisenprävention mit diesen Widersprüchen um? Diesen Fragen soll in „Post Conflict-“ (bzw. „Post Settlement-“) Situationen in vier afrikanischen Staaten komparativ nachgegangen werden (vorauss. ZAR 1997, 2003; Burundi 2002; Côte d'Ivoire 2001, 2003; Rwanda 1995-2003). Der theoretische Ansatz fußt einerseits auf praxisorientierter Friedensforschung (Ropers, Senghaas), andererseits auf Literatur zum neopatrimonialen und schwachen Staat in Afrika (Clapham, Médard, Zartman etc.). Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Andreas Mehler

Publikationen:

Mehler, Andreas, 2004: Diskussionspapier Governance Afrika für die GTZ. Entwurf, 05.01.2003, Institut für Afrikakunde, Hamburg.
Mehler, Andreas, 2003: Legitime Gewaltoligopole – eine Antwort auf strukturelle Instabilität in Westafrika? Focus Afrika, IAK-Diskussionsbeiträge 22. Hamburg: Institut für Afrika-Kunde.
Mehler, Andreas, 2003: Afrikapolitik - einige Bemerkungen. SWP Jour Fixe Staatsversagen in Afrika, Berlin, 19.02.2003. Stiftung Wissenschaft und Politik.
Mehler, Andreas, 2003: Failed States - Konfliktprävention - Gewaltoligopole. Kurzvortrag zur Konferenz der Leiterinnen und Leiter der deutschen Auslandsvertretungen: Konturen einer neuen globalen Ordnung - Perspektiven für die deutsche Außenpolitik (8.-11. September 2003), Tisch A: Non-state actors und zerfallende Staaten (8. September 2003). Mimeo, Hamburg/Berlin.
Mehler, Andreas, 2002: Structural Stability: Meaning, scope and use in an African context, in: afrika spectrum, 37 (2002) 1, S. 5-23.

Links:

http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html

Kooperation mit:

Ulf Engel/Universität Leipzig (3.1.11.), Ulrich Schneckener/Stefan Mair/SWP (3.1.16.), Tobias Debiel/ZEF (3.1.18.)

Das IAK ist Teil des DÜI (siehe 3.1.6.).


Projekt: Staatskonsolidierung und Staatszerfall in Ost- und Zentralafrika: Lokale Staatlichkeit und politischer Wandel in Tanzania und DR Kongo

Kurzbeschreibung:

Relevanz und Fragestellung des Themas: Das Projekt untersucht die Auswirkungen von Staatszerfallsprozessen auf Provinzebene (lokale Staatlichkeit) und ihre Folgen für das Verhältnis zwischen Staat und lokaler Gesellschaft. Ziel ist eine Konzeptionalisierung von Vorgängen gesellschaftlicher Selbstorganisation jenseits des Staates bzw. der Substitution des Staates durch quasi-staatliche Institutionen und Akteure. These: In staatsfreien Räumen kommt es durch die Interaktionen gesellschaftlicher und quasi-staatlicher Akteure zur Herausbildung institutioneller Innovationen und regulativer Autoritäten, die Macht- und Autoritätsbeziehungen neu strukturieren. Dies führt zu Situationen mit vermehrten Gewaltpotenzialen, aber auch zu neuen Chancen gesellschaftlicher Selbstorganisation "von unten". Führen Prozesse der Entstaatlichung zur Herausbildung autonomer politischer Räume, in denen nicht-staatliche Akteure (Rebellen, Milizen, NROs, Kirchen etc.) quasi-staatliche funktionale Äquivalente bilden, welchen Interessen dienen sie und wie stabil sind diese neuen Interaktionsmuster? Praxisrelevanz: Stellen der Verlust des staatlichen Gewaltmonopols und die Zunahme staatsfreier Räume in Afrika das herkömmliche Entwicklungsparadigma in Frage? Ergeben sich dennoch Ansatzpunkte für externe entwickungspolitische Akteure?
Verknüpfung Akteursansatz mit Elementen des historischen Institutionalismus, um neue Akteurskonstellationen vor dem Hintergrund von Wandel und Kontinuität afrikanischer Staatlichkeit zu analysieren. Methodisch handelt es sich um einen qualitativen Ansatz, in dessen Rahmen eine dezidiert lokale Perspektive als Analyseebene gewählt wird. Zudem soll geprüft werden, ob die Anwendung des Konzepts der sozialen Anomie Erkenntnisgewinne über Staatszerfallprozesse und politische Neustrukturierungen in staatsfreien Räumen ermöglicht. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Rolf Hofmeier, Denis Tull, M.A. (jetzt SWP )

Links:

http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html

Das Projekt war zugleich das Teilprojekt C.4 des Sonderforschungsbereiches 520 der Universität Hamburg: „Umbrüche in afrikanischen Gesellschaften und ihre Bewältigung“, welcher im Juni 2003 aufgelöst wurde. Ansprechpartner dort waren neben den genannten: Prof. Dr. Rainer Tetzlaff, Dr. Andreas Mehler und Kurt Hirschler.
Vgl. http://www.uni-hamburg.de/Wiss/SFB/520/deut_vers/proj_c4.html.


Projekt: Neopatrimonialismus, hybride Regime und Staatlichkeit in Afrika

Kurzbeschreibung:

Das Projekt ist aus dem "Transitionsprojekt" des IAK hervorgegangen. Daraus sind Fragen zum Charakter der Herrschaft und der Staates entwickelt worden, die sowohl konzeptionell (Neopatrimonialismus, Staatlichkeit) vertieft als auch theoretisch und empirisch mit Fragen der Demokratisierung und Entwicklung in Zusammenhang gebracht werden. Zunächst geht es um die Frage nach der Tragfähigkeit des Konzeptes Neopatrimonialismus: wo liegen seine Stärken und Schwächen? Im Zentrum steht schließlich die Schwäche des Staats und wie diese in ihren unterschiedlichen Zuständen - Staatsversagen, Staatsverfall u. Staatszerfall - erfaßt werden können. Dabei wird unter anderem untersucht, welche Konsequenzen eingeschränkte Staatlichkeit im Kontext der Demokratisierung auf wohlfahrtsstaatliche Politiken (Gesundheit u. Bildung als zentrale Elemente der Entwicklungspolitik) hat. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dr. Gero Erdmann

Publikationen:

Erdmann, Gero, 2003: Apokalyptische Trias: Staatsversagen, Staatsverfall und Staatszerfall – strukturelle Probleme der Demokratie in Afrika, in: Rüb, Friedbert (Hg.), 2003: Demokratie und Staatlichkeit. Systemwechsel zwischen Staatsreform und Staatskollaps. Opladen, pp. 267-292.
Erdmann, Gero, 2002: Neopatrimoniale Herrschaft, oder: Warum es in Afrika so viele Hybridregime gibt, in: Bendel, Petra/Aurel Croissant/Friedbert Rüb (Hg.), 2002: Hybride Regime. Zur Konzeption und Empirie demokratischer Grauzonen. Opladen: Leske + Budrich.

Links:

http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html


Projekt: Die Auswirkungen der Dezentralisierung auf die Armut in Uganda

Kurzbeschreibung:

Dezentralisierung ist in vielen Entwicklungsländern zu einem übergreifenden politischen und wirtschaftlichen Ziel und zu einem festen Bestandteil der Strategien zur Armutsreduzierung geworden. Dem liegt die Annahme zugrunde, Maßnahmen zur Armutsbekämpfung könnten besser und effektiver auf lokaler als auf zentraler Ebene geplant und umgesetzt werden. Allerdings wurde dieser Zusammenhang bislang nur unzureichend theoretisch und empirisch untersucht. Die ugandische Regierung hat sich vor fast 10 Jahren dazu entschlossen, weitgehende Kompetenzen und Verantwortung auf subnationale Ebenen zu übertragen; gleichzeitig hat sie sich im letzten Jahrzehnt als sehr erfolgreich in der Armutsbekämpfung erwiesen. Können für Uganda Zusammenhänge zwischen Dezentralisierung und verschiedenen Dimensionen der Armut identifiziert werden? Welche Rolle spielen lokale Einnahmen und Ausgaben? Welche Kosten bringt der Dezentralisierungsprozess mit sich? Und wie stehen diese Kosten dem Nutzen gegenüber? Welche institutionellen Bedingungen beeinflussen die Armutswirkungen von Dezentralisierung?
Eine ausführliche Bestandsaufnahme über Umfang und Ablauf der Dezentralisierung in Uganda bildet den Ausgangspunkt. Im theoretischen Teil soll der Zusammenhang zwischen Dezentralisierung und verschiedenen Dimensionen der Armut modellhaft dargestellt werden, unter Berücksichtigung lokaler Ausgaben und Einnahmen sowie der Dezentralisierungskosten. Nach Ableitung empirisch überprüfbarer Aussagen über Armutseffekte der Dezentralisierung soll dann mikro-ökonometrisch untersucht werden, ob und wie sich Dezentralisierungsmaßnahmen in Uganda auf die ökonomische und menschliche Dimension der Armut ausgewirkt haben. Auf Grundlage der theoretischen und empirischen Ergebnisse sollen abschließend allgemeine Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Dezentralisierung und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern ermittelt werden. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dipl. Kffr. Susan Steiner

Links:

http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html


Weitere Projekte mit mittelbarem Bezug zu Staatsversagen:

Parteien und Parteiensysteme im anglophonen Afrika: Probleme der Typologie, Organisation, Funktionsweise und ihre Bedeutung für die Demokratie

Ansprechpartner:

Dr. Gero Erdmann, Dr. Matthias Basedau

Links:

http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html

Demokratische Einstellungen und wirtschaftliche Entwicklung: Demokratische Transition in Malawi, Namibia und Zambia

Ansprechpartner:

Dr. Gero Erdmann

Links:

http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html




3.1.11. Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig

Projekt: Governance beyond the state: Donor policies in Africa's new social spaces

Kurzbeschreibung:

Staatlichkeit in Afrika südlich der Sahara ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts äußerst prekär. Angesichts von Staatsversagen, -verfall bzw. -zerfall ist der post-koloniale Staat in Wissenschaft und politischer Praxis einer veränderten Wahrnehmung unterworfen. Einige Staaten wurden erfolgreich rekonfiguriert, in anderen Fällen beschleunigte sich der Prozeß der staatlichen Desintegration bis hin zu dessen Auflösung. Neue soziale Räume sind an seiner Stelle entstanden. Sie sind ein Code für neue oder wiederbelebte Formen von Herrschaft, aber auch für hegemoniale Diskurse über Legitimität und soziale Kontrolle. Für die internationale Entwicklungszusammenarbeit stellen neue soziale Räume eine zentrale Herausforderung dar, weil sie die Frage nach einer Neuordnung von Governance-Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden aufwerfen. Im Zentrum des empirischen Interesses dieses Vorhabens steht daher die Frage, wie zentrale Akteure der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit neue soziale Räume jenseits des Staats wahrnehmen und konzeptualisieren und wie sich dies auf die Neuausrichtung ihrer Ziele und ggf. auf die Anpassung ihres Instrumentarium auswirkt. Die Fallstudien haben zwei multilaterale (Europäische Kommission, Weltbank) und zwei nationale Akteure (GTZ, DfID) zum Gegenstand, deren Neuorientierung in drei Referenzräumen untersucht werden soll (Mulanje/Malawi, Niger Delta/Nigeria und Ituri/DR Congo). Unter theoretischen Vorzeichen ist das Vorhaben als ein Beitrag zur Relativierung des dominanten methodologischen Nationalismus in der IB-Forschung angelegt. Am Beispiel Afrikas soll die Grenzzone zwischen den politikwissenschaftlichen Teildisziplinen Internationale Beziehungen und Vergleichende Regierungslehre ausgelotet werden. Laufzeit: 2004-2006, Finanzierung: DFG. Quelle: Zulieferung Engel.

Ansprechpartner:

PD Dr. Ulf Engel

Publikationen und geplante Vorhaben:

s.u.

Links:

http://www.uni-leipzig.de/~afrika/pages/ifa/show.php?aid=51&page=1


Projekt: Herrschaft jenseits des Staates: Staatsverfall, Extraversion und externe Intervention in Westafrika

Kurzbeschreibung:

Politische Herrschaft in Afrika scheint heute instabiler denn je. Das Projekt will untersuchen, auf welche Weise der Verfall des neopatrimonial organisierten post-kolonialen Staats in Afrika sowohl mit der Extraversion seiner politischen Akteure wie auch mit bestimmten Formen der Intervention privater bzw. staatlicher nicht-afrikanischer Akteure verknüpft ist. Neuere Analysen thematisieren zwar die Auflösung von Staatlichkeit sowie voneinander getrennt die Nach-Außen-Wendung bei der Beschaffung materieller und legitimatorischer Grundlagen durch die Herrschenden einerseits bzw. internationale Interventionen andererseits. Relativ wenig Aufmerksamkeit wurde bislang jedoch der Gleichzeitigkeit dieser Prozesse und deren Resultaten zuteil. Im Zentrum des empirischen Interesses dieses Vorhabens steht daher die Frage, wie politische Herrschaft nach der Desintegration des postkolonialen Staats organisiert wird, mit Fallstudien zum Nigerdelta in Nigeria und dem nordöstlichen Sierra Leone. Unter theoretischen Vorzeichen ist das Vorhaben als ein Beitrag zur Relativierung des dominanten methodologischen Nationalismus in der IB-Forschung angelegt, es will die Grenzzone zwischen den politikwissenschaftlichen Teildisziplinen International Relations und Comparative Politics ausloten. Laufzeit: 2004-2006, Finanzierung: DFG. Quelle: Zulieferung Engel.

Ansprechpartner:

PD Dr. Ulf Engel, R. Eberlein (Projektbearbeiter, Berlin)

Geplante Vorhaben:

Publikationen von Dr. Engel in 2005:
Governance in Africa at the turn of the 21st century. Aldershot: Ashgate (edited with G.R. Olsen), darin: UE & Andreas Mehler. Under construction: Governances in Africa’s deterritorialised and reterritorialised new violent socialspaces.
Staat, Demokratie und Entwicklung im Zeitalter der Globalisierung. Festschrift für Rainer Tetzlaff. Münster etc: Lit-Verlag (hrsg. mit C. Jakobeit, A. Mehler, G. Schubert)

Publikationen:

Engel, Ulf, 2003: Governance beyond the African state: Donor policies in new social space. mimeo. International Workshop at the Stellenbosch Institute for Advanced Studies (STIAS), Stellenbosch, 05.07.2003.
Engel, Ulf, 2002: The African state The failure of a social construction. mimeo. International Workshop on Africa's Big Dysfunctional States, Cadenabbia/Italy, 20.11.2002.
Engel, Ulf/Andreas Mehler/Rainer Tetzlaff (Hg.), 1995: Afrika zwischen Dekolonisation, Staatszerfall und Demokratisierung. Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde. Hamburg: Institut für Afrika-Kunde.

Links:

http://www.uni-leipzig.de/~afrika/pages/ifa/show.php?aid=51&page=1


Projekt: Governance for African Development

Kurzbeschreibung:

Gemeinsames Forschungsprojekt mit dem Department of Political Science der Partneruniversität Stellenbosch (Südafrika) und dem Institute of Commonwealth Studies (London). Das Projekt begann im Juli 2003 mit einem Workshop in Stellenbosch. In den Jahren 2004-06 ist ein Ausbau dieses Programms vorgesehen. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt einen Teil dieses Vorhabens.
Vom 4.-10. September 2004 findet eine Graduate Research School zum Thema "Governance for African Development (GAD) - Governance and Inequality" an der Universität Stellenbosch statt. Die Graduate Research School wird von der Volkswagen-Stiftung finanziert. Quelle: Website (s.u.)

Links:

http://www.uni-leipzig.de/~afrika/pages/ifa/show.php?aid=7&page=1

Kooperation mit:

Universität Stellenbosch. Das organisierende Konsortium wird vom Institut für Afrikanistik koordiniert, mit Partner Institutionen in Addis Ababa, Dar es Sa-laam, Hamburg, Kiel, London, Maputo, Mbarara (Uganda) und Nairobi.


3.1.12. Institut für Asienkunde (IFA), Hamburg

Projekt: Politischer Islam und Demokratie in Südostasien. Die Auseinandersetzungen zwischen Säkularisten und Islamisten in Malaysia und Indonesien

Kurzbeschreibung:

In Indonesien lässt sich seit Ende der 80er Jahre eine Stärkung islamischer Gruppierungen beobachten. Nach dem Sturz Suhartos konnten erstmals seit den 50er Jahren wieder unabhängige Parteien gegründet werden. Durch die Parlamentswahlen im Juni 1999, durch die Bildung einer islamischen "Mittelachse" bei der Präsidentenwahl, aber auch durch religiös definierte regionale Konflikte (etwa in den Molukken) ist es zu einer Polarisierung zwischen orthodoxen Muslimen und säkularistisch orientierten Gruppen um Megawati Sukarnoputri gekommen. In Malaysia hat die UMNO bei den letzten Wahlen eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen. Dort sind die fundamentalistische PAS und die Bewegung um Anwar Ibrahim Sammelbecken der Gegner Mahathirs. In Malaysia verbinden sich religiöse Kämpfe sehr viel stärker als in Indonesien mit ethnischen Konflikten. Der Islam fungiert einerseits als Selbstbehauptungsideologie der Malaien, andererseits als das dogmatische Fundament eines Teils der Opposition. Welches sind die jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ursachen der Islamisierung? Inwieweit ist der politische Islam mit demokratischen Ideen vereinbar? Besteht die Gefahr einer weiteren Radikalisierung? Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dr. Andreas Ufen

Links:

http://www.duei.de/ifa/show.php/de/content/institut/
einzelprojekte.html#16

Das IFA ist Teil des DÜI (siehe ).




3.1.13. Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Duisburg

Projekt: Erfolgreiches und gescheitertes Nation-Building in der Dritten Welt

Kurzbeschreibung:

Nachdem das Nachdenken über Nation-Building – als die Entwicklung oder Herstellung von „Nationalstaaten"– in den 50er und 60er Jahren die Diskussion über Entwicklungsprozesse stark beeinflusste, geriet das Konzept seit dem Vietnamkrieg in Vergessenheit. Seit Ende des Kalten Krieges wird zunehmend, wenn auch eher unsystematisch, wieder von Nation-Building gesprochen. Dabei bezieht man sich vor allem auf regionale Krisenherde (Somalia, Bosnien, Afghanistan), und begreift die Aufgabe externer Akteure zum Teil darin, Nation-Building zu stimulieren bzw. durchzusetzen. Es wird untersucht, wie Prozesse des Nation-Building (einschließlich der Etablierung funktionierender Staatsapparate und „nationaler" Identitäten) im Inneren ablaufen und wie sie von außen beeinflusst werden können. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Franz Nuscheler (Direktor), Dr. Jochen Hippler

Geplante Vorhaben:

Publikation zum Thema in Vorbereitung.

Publikationen:

Hippler, Jochen, 2003: Nation-Building: Ein Schlüsselkonzept für friedliche Konfliktbearbeitung? EINE Welt; Bd. 17. Bonn: J.H.W. Dietz Nachf.

Links:

http://inef.uni-duisburg.de/page/FBEZ_2001_JH_1Main.php

Kooperation mit:

Transnational Institute (TNI), Amsterdam; SEF, Bonn (3.3.1.)


Projekt: Staatsverfall und Weltordnungspolitik

Kurzbeschreibung:

Kernthema: Der Verfall von Staaten kann nur durch eine neue multilaterale Ordnungspolitik verhindert bzw. rückgängig gemacht werden.
Der Verfall staatlicher und zivilgesellschaftlicher Strukturen in Krisenregionen ist in der Regel verbunden mit humanitären Katastrophen und dem Wachstum international vernetzter krimineller Gewaltökonomien, terroristischer Netzwerke und privater Militärfirmen. Die auf diese Entwicklungen reagierende weitgehend unilaterale Außen- und Sicherheitspolitik der US-Administration verstärkt in einigen Fällen diese Prozesse. Multilaterale Initiativen im Rahmen der UNO, der G8-Gruppe, des Development Assistance Committee (DAC) der OECD oder der EU erfolgen zu spät oder sind unzureichend. Im Forschungsprojekt werden zunächst an Fallbeispielen die internen und externen Ursachen für Zerfallsprozesse analysiert. Aus dieser Analyse werden Schlussfolgerungen für eine notwendige Weiterentwicklung der existierenden Konzepte der zivilen und sicherheitspolitischen Konfliktbearbeitung und der Mechanismen einer Weltordnungspolitik gezogen. Nur eine auf die lokalen Verhältnisse abgestimmte Kooperation zwischen internationalen Organisationen, Staaten und Nichtregierungsorganisationen eröffnet die Möglichkeit, eine drastische Verschlechterung der Lebensverhältnisse und der Zunahme des lokalen und regionalen Gewaltpotentials im Zuge des Staatszerfalls präventiv zu verhindern und rechtsstaatliche Strukturen zu stabilisieren bzw. wieder aufzubauen. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dr. Tobias Debiel (Wiss. Geschäftsführer), Dieter Reinhardt

Publikationen:

Reinhardt, Dieter, 2004: Staatszerfall, Neue Kriege und Bedrohungspotentiale. Review Essay, in: Internationale Politik und Gesellschaft, (2004) 3, S. 164-176, http://fesportal.fes.de/pls/portal30/docs/FOLDER/
IPG/IPG3_2004/12+RE+REINHARDT.PDF
(Zugriff am 27.07.2004).

Links:

http://inef.uni-duisburg.de/page/projekt.php?project=26&
code=view&fb=FBFK

Kooperation mit:

SEF (3.3.1.): Veranstaltungsreihe zum Thema Staatszerfall


Projekt: Staatsverfall als friedens- und entwicklungspolitische Herausforderung: Wie können Gewaltstrukturen transformiert und Governance-Ansätze gestärkt werden? Eine konzeptionelle Untersuchung mit empirisch-analytischer Anwendung auf Somalia und Afghanistan

Kurzbeschreibung:

INEF-ZEF Kooperation. Projektbeschreibung: Siehe .

Ansprechpartner:

Tobias Debiel, in Kooperation mit Conrad Schetter/Ulf Terlinden ZEF ()

Publikationen:

Debiel, Tobias, 2003: Staatsversagen, Gewaltstrukturen und blockierte Entwicklung: Haben Krisenländer noch eine Chance, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 13-14 (2003), S. 15-23.
Debiel, Tobias (Hg.), 2002: Der zerbrechliche Frieden. Krisenregionen zwischen Staatsversagen, Gewalt und Entwicklung. Bonn: J.H.W. Dietz.

Kooperation mit:

ZEF (3.1.18.), Deutsche Stiftung Friedensforschung (Finanzierung)


Projekt: Jahrbuch Menschenrechte

Kurzbeschreibung:

Gemeinsam mit einer Reihe anderer Organisationen (s.u.) gibt das INEF das Jahrbuch Menschenrechte heraus. Das Jahrbuch 2002 hatte dabei den Schwerpunkt „Menschenrechte und Staatszerfall“.

Publikationen:

Arnim, Gabriele von/Volkmar Deile/Franz-Josef Hutter/Sabine Kurtenbach/Carsten Tessmer (Hg.), 2001: Jahrbuch Menschenrechte 2002 (Schwerpunkt: Menschenrechte und Staatszerfall). Frankfurt/M.: suhrkamp taschenbuch.

Links:

http://www.jahrbuch-menschenrechte.de

Kooperation mit:

Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM), amnesty international


3.1.14. Max Planck Institute for Social Anthropology, Halle

Department I: Integration and Conflict

Kurzbeschreibung:

Key concepts for the Department’s approach to integration and conflict are the construction of identity and difference. These construction processes can be observed in different domains: kinship, friendship, language and history – commonly amalgamated to various forms of ‘ethnicity’ – and adherence to various complexes of rituals and beliefs, including corporate ‘religions’ in the modern sense. How decisions between alternative identifications are taken is modelled at the individual and supra-individual levels.
The Department aims at worldwide comparisons. So far it has had clusters of projects mainly in West Africa, Northeast Africa and Central Asia. Fields of practical application comprise, among others, conflict mediation and development policy advice. On-going and past projects include: “Refugees and changes in local governance on the Chad-Sudanese border (Dar Masalit)”, “Interest, Identity and Ideology: Social Groups, Individual Behaviour and the Nation-State in Post-Soviet Uzbekistan”, “Identities in Ethiopia and the Struggle for the Nation State”, “Identity and Conflict in two Regions of Eastern Somaliland”, “Ethnicity in new contexts: emergent boundaries and pluri-ethnic networks in the East of the Republic of the Sudan”, “Ethnic Conflict and Integration: the case of Gambella, western Ethiopia, Property, Interethnic Relations and the State in South-West Ethiopia”. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Prof. Günther Schlee u.v.m.

Links:

http://www.eth.mpg.de/research/integration-conflict/index.html




3.1.15. Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin

Projekt: Accounting for State-building, Stability & Violent Conflict: The Institutional Framework of Caucasian and Central Asian Transitional Societies

Kurzbeschreibung:

In vergleichender Absicht und mit einem interdisziplinären Ansatz untersucht das Projekt die institutionellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche bzw. scheiternde Regulierung von Konflikten in verschiedenen Gesellschaften des Kaukasus und Zentralasiens und fragt nach den Bedingungen von Erfolg bzw. Misserfolg im Aufbau von Staatlichkeit. Im Rahmen des Projektes werden Fallstudien zu Georgien, Tajikistan, Kyrgyztan und Uzbekistan angefertigt. Grundlage ist jeweils eine mindestens 12-monatige intensive Feldarbeit, die sich ethnologischer Methoden bedient. Im Projektteam arbeiten Doktoranden und Post-Doktoranden aus Russland, UK, USA, Usbekistan, Kyrgyzstan und Deutschland. Laufzeit: 3 Jahre (seit 10/2002). Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Directors: Georg Elwert, Holm Sundhaussen, Christoph Zürcher, Jan Koehler. Research Team: Dr. Alexey Gunya, Scott Radnitz, Dr. Bahodir Sidikov, Azamat Temirkoulov, Gunda Wiegmann, Dr. Jonathan Wheatley

Publikationen:

Koehler, Jan, 1999: The art of losing the state: weak empire to weak nation-state around Nagorno-Karabakh. Expert Meeting "Potentials of (Dis-)Order - Former Yugoslavia and Caucasus in Comparison", Berlin, 11.-13.06.1999.
Koehler, Jan/Christoph Zürcher, 2004: Conflict and the state of the state in the Caucasus and Central Asia: an empirical research challenge. Arbeitspapiere des Bereichs Politik und Gesellschaft. Berlin: Osteuropa-Institut der Freien Universität.

Links:
 

http://www.oei.fu-berlin.de/cscca/index.html,
 http://www.oei.fu-berlin.de/~zuercher/pages/projekte_01.htm

Kooperation mit:

Center for Strategic Analysis (Yerevan, Armenia), Institute of Peace and Democracy (Baku, Aserbajdzan), International Center on Conflict and Negotiation (Tbilisi, Georgia)


Kolloquium „The Future of Intervention: Intervention, Legitimität und die Rekonstruktion von Staatlichkeit“

Kurzbeschreibung:

Die drei Berliner Universitäten, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Wissenschaftszentrum Berlin und das Wissenschaftskolleg ermöglichen im Rahmen der "Blankensee-Colloquien" die Durchführung dieser internationalen Tagung vom 16.-18.07.2004. Das Colloquium wird das Dilemma „dauerhafter Interventionen“ behandeln, die „nicht zu tragfähiger Staatlichkeit führen”. Am Colloquium werden Wissenschaftler und Praktiker aus Berlin, Europa und Übersee folgende Fragen debattieren: 1. Wie lässt sich verloren gegangene Staatlichkeit durch externe, nicht militärische Intervention reparieren? 2. Wie nachhaltig ist eine solche reparierte Staatlichkeit? 3. Wie verändert sich Staatlichkeit unter Bedingung fortgesetzter Intervention? 4. Gibt es machbare und akzeptable Exit-Optionen für internationale Missionen?
Das Colloquium soll auch dazu dienen, gemeinsam mit Forschungsförderwerken zu erörtern, wie man die Veranstalter dabei unterstützen kann, ihr Projekt zu einem interdisziplinären und internationalen Forschungsnetz weiterzuentwickeln. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Christoph Zürcher, Jan Koehler, Kristof Gosztonyi, Cornelius Graubner

Links:
 

http://www.oei.fu-berlin.de/~blankensee
http://www.oei.fu-berlin.de/~zuercher/pages/projekte_02.htm


3.1.16. Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

Projekt: States at Risk - Fragile Staaten als Sicherheits- und Entwicklungsproblem

Kurzbeschreibung:

Das Projekt geht von der These aus, daß der Zerfall oder das Scheitern von Staaten ein Sicherheits- und Entwicklungsproblem für weite Teile der Welt ist, das erhebliche regionale und internationale Auswirkungen hat. Die zentrale Frage des Projektes lautet: Was kann von außen getan werden, um Prozesse des Staatszerfalls oder der Erosion von Staatlichkeit zu stoppen und um staatliche Strukturen zu stärken? Das Projekt will sowohl Empfehlungen für die untersuchten Einzelfälle (v.a. "Grenzfälle" fragiler Staatlichkeit wie z.B. Jordanien, Kenia oder Venezuela) als auch allgemeine Vorschläge und Ansätze über alle Fälle hinweg erarbeiten, die als Leitlinien oder Eckpunkte für deutsche/europäische Außenpolitik dienen könnten.
Zentrale Forschungsfragen sind: Was sind relevante Indikatoren, um Defizite von Staatlichkeit feststellen zu können? Welche Funktionsbereiche des Staates sind dabei zu unterscheiden? Gibt es ein Spektrum an fragilen Staaten? Was sind begünstigende Faktoren oder Auslöser bei der Erosion von Staatlichkeit? Wie ist das Verhältnis zwischen internen und externen Faktoren? Gibt es typische Muster, Verlaufsformen oder Kontextbedingungen, die den Zerfall eher befördern als andere?
Das Projekt konzentriert sich primär auf die Analyse staatlicher Akteure und Institutionen. Dies umfaßt allerdings nicht nur die Exekutive im engeren Sinne, sondern auch die Legislative, das Justizwesen sowie die öffentliche Verwaltung von der nationalen bis hin zur lokalen Ebene. Das gemeinsame Konzept besteht aus vier Bausteinen, die als Leitfaden für die geplanten Fallstudien dienen sollen: Unterscheidung von drei zentralen Staatsfunktionen (Sicherheit, Wohlfahrt, Legitimität/Rechtsstaat) sowie den entsprechenden Indikatoren; darauf aufbauend eine Typologie fragiler Staatlichkeit, die zur Einordnung der jeweiligen Fälle dient; ein Analyseraster für jene Faktoren, die für die Erosion von Staatlichkeit verantwortlich sein können; ein Analyseraster für potentielle Interventionsmaßnahmen von außen. Quelle: Website (s.u.)
Am 19.03.2003 fand ein Jour Fixe „Staatsversagen in Afrika“ bei der SWP statt.
Am 22.10.2003 führte die SWP als Teil einer Veranstaltungsreihe mit DÜI und ZEF einen Workshop zu „States at Risk – Formen und Ursachen fragiler Staatlichkeit“ durch.
Vom 20.-21.01.2004 führte die SWP gemeinsam mit dem Carnegie Endowment eine Konferenz in Washington unter dem Titel “States at Risk—Stabilization and State-Building by External Intervention” durch (s.u.).

Ansprechpartner:

Muriel Asseburg, Norbert Eitelhuber, Gero Erdmann (ext.), Iris Glosemeyer, Susanne Gratius, Uwe Halbach, Stefan Mair, Andrea Schmitz, Ulrich Schneckener, Dunja Speiser, Christian Wagner, Isabelle Werenfels, Boris Wilke, Gerhard Will

Publikationen:

Mair, Stefan, 2002: Die Globalisierung privater Gewalt: Kriegsherren, Rebellen, Terroristen und organisierte Kriminalität. SWP-Studie S 10, April 2002. Berlin.
Mehler, Andreas, 2003: Afrikapolitik - einige Bemerkungen. SWP Jour Fixe Staatsversagen in Afrika, Berlin, 19.02.2003. Stiftung Wissenschaft und Politik.
Schneckener, Ulrich (Hg.), 2004: States at Risk. Fragile Staaten als Sicherheits- und Entwicklungsproblem. SWP Studie. Nr. S43. Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik.
Swenson, Geoffrey/Eugene Whitlock, 2004: Conference Report. States at Risk—Stabilization and State-Building by External Intervention, Washington, D.C., 20-21.01.2004. Democracy and Rule of Law Project, Carnegie Endowment / States at Risk Project, SWP.

Links:
 

http://www.swp-berlin.org/projekte/projekt.php?id=2535&
PHPSESSID=70508a196d4e19c3aa0cd42f5a0c5790&active
=states+at+risk

Kooperation mit:

Democracy and Rule of Law Project/CEIP (6.1.2.), IAK (3.1.10.), DÜI (3.1.6.), ZEF (3.1.18.), German Marshall Fund (Konferenzfinanzierung)




3.1.17. Wissenschaftszentrum (WZB), Berlin

Abteilung Demokratie: Strukturen, Leistungsprofil und Herausforderungen

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Wolfgang Merkel

Publikationen:

Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band I: Theorien und Konzepte. Opladen: Leske+Budrich.
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band II: Regionale Perspektiven. Opladen: Leske + Budrich.

Links:

http://www.wz-berlin.de/zkd/dsl/leute/wolfgang_merkel.de.htm

Kooperation mit:

Arbeitskreis Systemwechsel/DVPW (3.3.3.).


Projekt: The Consolidation of Democracy in Central and Eastern Europe (Abteilung "Demokratie: Strukturen, Leistungsprofil und Herausforderungen")

Kurzbeschreibung:

Kooperationsprojekt mit 13 osteuropäischen Demokratien, finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Laufzeit: 01.01.1998 - 31.07.2003. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Edeltraud Roller, Bernhard Weßels


Projekt: Neue Formen der Gewalt im internationalen System: Möglichkeiten und Grenzen der Prävention

Kurzbeschreibung:

Ausgangspunkt des Projekts sind die sicherheits- und ordnungspolitischen Veränderungen im internationalen System, die wir seit dem Ende des Ost-West-Konflikts beobachten können. Diese beinhalten sowohl einen Wandel von Ordnungsvorstellungen als auch einen quantitativen und qualitativen Wandel der Gewaltformen. Die zentralen Elemente des übergreifenden Wandels der Gewalt sind deren Entstaatlichung und Privatisierung, ihr zunehmend transnationaler und regionaler Charakter sowie die Verfestigung von Bürgerkriegen durch Gewaltmärkte, die in eine zunehmend globalisierte Kriegswirtschaft führt. Bilden sich neue Formen der Gewalt heraus, dann stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der externen Konflikttransformation unter veränderten Rahmenbedingungen (Prävention, Intervention) völlig neu.
Das Ziel des Projekts besteht demzufolge in der Beantwortung der doppelten Fragestellung, durch welche neuen Gewaltformen das internationale System der Gegenwart sicherheits- wie ordnungspolitisch geprägt wird und welche Möglichkeiten und Grenzen der internationalen Steuerung durch Prävention und Intervention in schwachen oder gescheiterten Staaten bestehen. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Wolf-Dieter Eberwein (Direktor), Dr. Sven Chojnacki und zahlreiche assoziierte MitarbeiterInnen.

Links:

http://www.wz-berlin.de/ag/ip/projects.de.htm




3.1.18. Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn

Research Group “Governance and Conflict”

Kurzbeschreibung:

The research group “Governance and Conflict” concentrates on countries which have either been ridden by protracted civil wars, state failure and political disintegration or which are facing a high risk of political conflict. Those countries have gained an increasing significance for development research and policy. The research group has early on identified these crucial challenges at the interface of development and conflict research. It focuses on the one hand on the structures, characteristics and courses of protracted violent conflicts: Such conflicts undermine basic characteristics of modern statehood such as the legitimate monopoly of force or concepts of territoriality. The increase of so-called 'failed states' threatening neighbouring countries and the international community illustrates this point. However, state crisis is often a major structural cause for violent conflict in developing countries. On the other hand processes which lead to the escalation vs. de-escalation of violent conflict are part of the research agenda. In this context concepts of intervention, conflict resolution and post-conflict reconstruction are taken into consideration as well as governance arrangements ranging from rule of law and constitutional settings to proportional representation, electoral systems and various forms of autonomy, federalism and local governance.
A particular focus of the research group is on the design of the state as the principal agent of development and change and on the state’s role in providing structural stability and human security in order to facilitate peaceful transformation of political and socio-economic structures. The state, however, is not exclusively conceived as the ‘central state’. On the contrary, in crisis states and post-war societies the sub-national and the local levels of governance are gaining importance. These sub-national level of governance constitutes a hybrid of state and private/traditional structures. While these structures sometimes are actually able to meet needs of the local population in a better way than the central state, they are also frequently linked to illegitimate sources of power and resource control (e.g. warlordism, economy of violence).

Ansprechpartner:

Dr. Conrad Schetter (Research Group Coordinator), Blessings Chinsinga, Malte Kaßner, Mario Krämer, Bernd Kuzmits, Kelemework Tefere Reda, Monika Sticht, Ulf Terlinden

Publikationen:

Debiel, Tobias, 2003: UN-Friedensoperationen in Afrika. Weltinnenpolitik und die Realität von Bürgerkriegen. Bonn: J.H.W. Dietz Nachf.
(Weitere Publikationen siehe Projekte.)

Links:

http://www.zef.de/research_activities/governance_conflict.htm

Kooperation mit:

Auswärtiges Amt, Berlin, Berghof Forschungszentrum für konstruktive Konfliktbearbeitung, Berlin, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Bonn, Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), Bonn, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin/Bonn, Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Duisburg, Institute for African Alternatives (IfAA), London, Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), Bonn, Deutsches Orient Institut, Hamburg, Centrum für angewandte Politikforschung, München, Commission on Human Security, United Nations, New York. Weitere: Siehe Projekte.


Projekt: Human Security, Structural Stability and Good Governance in Times of State Failure

Kurzbeschreibung:

ZEFa’s research group on “Governance and Conflict” has been dealing with some of the most fragile crisis regions in the world over the past decades, in particular with Eastern/Southern Africa as well as with Central and South Asia. They are displaying a chronic mixture of war, the breakdown of states, poverty, hunger and human misery. At the same time, there are also considerable development successes, e.g. in South Africa. Most of these crisis zones are characterized by 'regionalized civil wars', that is to say by the reciprocal destabilization of neighboring countries through the support of rebel groups and the supply of arms. In addition, lower-intensity types of conflict, such as cattle rustling, spread beyond national borders. At the heart of many of the conflicts in the region are 'hard' security issues like sovereignty and self-determination as well as dissatisfaction with the current political systems and patterns of governance. Besides these political issues at stake, there are underlying structural causes, including militaristic legacies, economic scarcity, power struggles, and identity fault lines. Furthermore, violent conflict has a tendency to perpetuate itself through the widespread presence of small arms and war profiteerism.
The crisis of the state is a crucial cause of war and an obstacle to development. The state proves, to a certain extent, to be both strong and weak at the same time and can be pointedly described in terms of the ‘lame leviathan’ paradox (Gilbert M. Khadiagala). This means that, on the one hand, it is quite able to keep social relations under control temporarily and appropriate resources in selected areas. On the other hand, however, it is ineffective and distended in the performance of its welfare and security functions and thus not in a position to implement coherent policy concepts beyond certain urban core centers or regulate social relations in a comprehensive manner (Joel S. Migdal). Indispensable public functions, such as maintaining social peace and the rule of law, providing infrastructure and services for basic needs, ensuring a minimum level of management in agricultural and industrial production and distribution, and establishing access to affordable foodstuffs and basic goods, are not or only partly fulfilled.
The research project conceptualizes an analytical framework to grasp the unfavorable conditions for successful political transformation in crisis zones. It identifies alternative strategies and paths of development that might strengthen domestic capacities to better cope with the challenges of state crisis and violent conflict. Furthermore, the research project evaluates different concepts that have been developed by Western donors and international agencies as leitmotifs for crisis prevention and development policy. In particular, the idea of 'structural stability', that has been formulated by the Development Assistance Committee of the Organisation for Economic Co-operation and Development (DAC/OECD) and the European Commission, is of interest. Furthermore, the project tries to apply the notion of 'human security', that has been created by the United Nations Development Programme (UNDP), to different countries and regions. Such an approach may help to find out whether this popular concept means – as Roland Paris has recently put it - a real 'paradigm shift' or only 'hot air'.
A Workshop on “Human Security, Good Governance and Structural Stability in Times of State Failure” was held in collaboration with DIE and as part of a series with SWP and DÜI in November 2003 (see below).
A Workshop on "Structures of Violence" was held on 11.06.2003 (see below).

Ansprechpartner:

Siehe Research Group (oben).

Geplante Vorhaben:

ZEF Discussion Paper on “State Failure and Governance”.

Publikationen:

Debiel, Tobias, 2004: Konfliktbearbeitung in Zeiten des Staatsverfalls: Erfahrungen und Lehren zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in: Blanke, U. (Hg.), 2004: Krisen und Konflikte - Von der Prävention zur Friedenskonsolidierung. Berlin: Berliner Wissenschaftsverlag.
Debiel, Tobias, 2004: Human Security: More than Just a Good Idea? Comments on the Need for an Integrated Security Concept. Background Paper for Discussion Group B. Draft. To be published in a BICC Policy Brief in Summer/Fall 2004. BICC 10-year Anniversary Conference "Promoting Security: But How and For Whom", Bonn, 01./02.04.2004.
Lambach, Daniel/Florian Kühn/Ulf Terlinden (Hg.), 2003: Report. Workshop "Menschliche Sicherheit, Good Governance und strukturelle Stabilität: Hilflose Konzepte in Zeiten des Staatsverfalls? Eine Überprüfung anhand von Nepal, Äthiopien, Afghanistan und Nordkorea." Bonn, 20./21.11.2003. Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität Bonn.
Terlinden, Ulf/Tobias Debiel, 2003: Trügerische Friedenshoffnungen? Das Horn von Afrika zwischen Krisendiplomatie und Entwicklungsblockaden, in: Mehler, Andreas (Hg.), 2003: Afrika Jahrbuch 2002. Opladen/Hamburg: Leske und Burdrich / Institut für Afrika-Kunde, pp. 57-68.
Krämer, Mario, 2003: Report. Workshop on "Structures of Violence", Bonn, 11.06.2003. Center for Development Research (ZEF).
Debiel, Tobias, 2002: Global Perspectives on the Horn of Africa: Tentative Considerations on Geopolitics, Regional Security and Conflict Transformation, in: Friedrich-Ebert-Stiftung (Ethiopia Office) (Hg.), 2002:Conflict and Cooperation in the Horn of Africa. Addis Ababa, Ethiopia, pp. 12-43.

Links:

http://www.zef.de/research_activities/project_debiel.htm

Kooperation mit:

DIE (3.1.4.), IAK (3.1.10.), DÜI (3.1.6.), SWP (3.1.16.)


Projekt: Studien- und Beratungsvorhaben: „Staatsversagen in Entwicklungs- und Transformationsländern: Ansatzpunkte für die Enwicklungszusammenarbeit“

Kurzbeschreibung:

Zahlreiche internationale und nationale wissenschaftliche Einrichtungen haben sich ebenso wie bi- und multilaterale Geber der Debatte um die Förderung von Good Governance, mithin also der Reform, Stärkung und Steigerung der Leistungsfähigkeit staatlicher Strukturen in Partnerländern, angenommen. Besonderes Augenmerk erhielt in den vergangenen Jahren der Umgang mit so genannten „schwierigen Partnern“ – Ländern, in denen es angesichts (partiellen) Staatsversagens an effektiven Governance-Strukturen sowie in der Regel an wichtigen Voraussetzungen zu deren Unterstützung fehlt. Zugleich ist die Konzeptionalisierung entwicklungspolitischer Optionen gegenüber diesen „schwierigen Partnerländern" in besonderem Maße erforderlich, um ein Abgleiten in Richtung Staatszerfall zu verhindern.
Die Forschungsgruppe berät das BMZ–Referat 211 „Governance, Demokratie, Frauen- und Menschenrechte“ im Projektzeitraum mit wissenschaftlicher Expertise zu diesem Themenbereich. Ziel ist es, auf der Grundlage einer Auswertung der inzwischen umfangreichen nationalen und internationalen Diskussionsbeiträge sowie bereits vorliegender Erfahrungen (siehe GTZ-Diskussionspapier unten) Empfehlungen und Optionen für die deutsche EZ zu erarbeiten. Das vorliegende Mapping ist Teil dieses Projektes.

Ansprechpartner:

Tobias Debiel, Ulf Terlinden, Tim Dertwinkel

Publikationen:

Debiel, Tobias/Ulf Terlinden, 2004: Förderung von Good Governance in Nachkriegsgesellschaften. Diskussionspapier. Draft, April 2004, Sektorvorhaben "Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn.

Kooperation mit:

BMZ (Finanzierung, 3.4.2.), GTZ (3.4.2.), DIE (3.1.4.), DÜI (3.1.6.), SWP (3.1.16.) und LSE (6.1.10.)


Projekt: Staatsverfall als friedens- und entwicklungspolitische Herausforderung: Wie können Gewaltstrukturen transformiert und Governance-Ansätze gestärkt werden? Eine konzeptionelle Untersuchung mit empirisch-analytischer Anwendung auf Somalia und Afghanistan (INEF-ZEF-Kooperation)

Kurzbeschreibung:

Zeitweise von der Weltöffentlichkeit ignorierte Kriege, die mit der Erodierung von Staatlichkeit und der Etablierung von Gewaltstrukturen jenseits staatlicher Kontrolle einhergehen, stehen seit dem 11. September 2001 wieder hoch auf der politischen Agenda. Nicht nur in der Friedens- und Sicherheitspolitik, sondern auch in der Entwicklungspolitik hat vor diesem Hintergrund ein Umdenken stattgefunden: So genannte „hoffnungslose Fälle“ wie Afghanistan oder Somalia, ehemals kaum Beachtung erfuhren und aus der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) kategorisch ausgeschlossen wurden, ziehen nun als „poor performers“ eine besondere Aufmerksamkeit auf sich. In der anschwellenden Forschung über Staatsverfall und die Transformation von Gewaltstrukturen grenzen wir uns explizit von einer ökonomistischen Verengung bei der Untersuchung von Krieg, Gewaltstrukturen und Staatsverfall ab. Stattdessen nimmt das Forschungsprojekt die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen von Gewalt- und Governance-Strukturen in Zeiten des Staatsverfalls in den Blick und fragt, wie eine Transformation im Rahmen eines umfassenden Prozesses der Friedenskonsolidierung gelingen kann.
Das Forschungsvorhaben strebt einerseits eine übergreifende Konzeptionalisierung der Thematik an, bei der über die Sekundäranalyse einschlägiger (auch grauer) Literatur und Interviews mit Länderexperten und Praktikern ein breites Länderspektrum einbezogen wird. Zugleich geht es aber um eine empirische Vertiefung auf der Grundlage qualitativ orientierter Feldforschung (strukturierte und teilstrukturierte Interviews; evt. kleine quantitative Surveys). Hierfür haben wir zwei Länder (Somalia, Afghanistan) identifiziert, in denen ein weitgehender Zerfall von Staatlichkeit stattgefunden hat und deren gesellschaftliche Strukturen und historische Erfahrungen aufschlussreiche Vergleiche ermöglichen. Das Wechselspiel lokaler und nationaler Macht- und Herrschaftsstrukturen steht im Vordergrund und soll jeweils anhand von jeweils zwei Regionen in Afghanistan (Kunduz und Herat) und Somalia (Somaliland und Hiran) analysiert werden.
Das Forschungsprojekt will eine zentrale Forschungslücke füllen: Der empirisch gesättigte Wissensstand, wie unter Bedingungen verfallender Staatlichkeit spezifische Ordnungs- und Governance-Funktionen in rudimentärer Weise erfüllt werden können, ist gering. Die Konzentration auf den Verfall des Zentralstaates („Nationalstaates“) hat bislang die vertikale Ebene – sprich das Wechselspiel von lokalen und nationalen Herrschaftssystemen – vernachlässigt. Ein innovatives Herangehen an Phänomene des Staatsverfalls sollte daher zwei Fragenkomplexe in den Mittelpunkt stellen: a) die Analyse von Staatsverfall und sich etablierenden Gewalt-, Ordnungs- und Governance-Strukturen im Wechselspiel von lokaler und nationaler Ebene; b) den Beitrag, den internationale Akteure in einem Mehrebenen-Modell von Governance leisten können, das bis auf die lokale Ebene hin heruntergebrochen wird und Antworten auf handlungsorientierte Dilemmata (z.B. Einbeziehung von Warlords vs. Stärkung friedensorientierter Kräfte) sucht.
Das Promotionsprojekt “Emerging Structures of Governance as a Response to State Collapse - The Case of Somaliland” ist eng an dieses Vorhaben angebunden.

Ansprechpartner:

Conrad Schetter, Ulf Terlinden, in Kooperation mit Tobias Debiel, INEF ()

Publikationen:

Terlinden, Ulf/Tobias Debiel, 2003: Somaliland: Regierungsaufbau von unten, in: ZEF News, (December 2003 2003) 14, S. 1-2.
Schetter, Conrad, 2003: Afghanistan - Gewaltwirtschaft und "Warlords", in: Blätter für deutsche und internationale Politik, (2003) 10, S. 1233-1236.
Azerbaijani-Moghaddam, Sippi/Conrad Schetter/Susanne Schmeidl, 2002: The Transition from Relief to Development from a Human Security Perspective: Afghanistan. Paper submitted to the Commission on Human Security, United Nations, Kabul, Peshawar, Bonn, Paris.
Noelle-Karimi, Christine/Conrad Schetter/Reinhard Schlagintweit (Hg.), 2002: Afghanistan - A Country Without a State? Schriftenreihe der Mediothek für Afghanistan. Frankfurt a.M. / London: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation.

Kooperation mit:

INEF (3.1.13.), Deutsche Stiftung Friedensforschung (Finanzierung)


Projekt: From War to Peace in Afghanistan

Kurzbeschreibung:

The academic interest in research on Afghanistan commenced as early as 1999 with a project on the "Ethnicization of the Afghan Conflict". Since September 11, ZEF established itself worldwide as one of the leading centers carrying out research on Afghanistan. ZEF's activities on Afghanistan are two-fold: On the one hand ZEF is conducting academic research in the field of violent conflict and state formation, on the other hand ZEF provides policy-advice. Regarding these activities ZEF has produced numerous publications on Afghanistan, organised a range of conferences and workshops and used its expertise in many ways for policy-advice, e.g. for the Federal Foreign Office of Germany, the German Ministry for Cooperation and the United Nations. According to the global significance of the political transformation and the peace process in Afghanistan ZEF extended its original research interest to the following themes: 1. Ethnicity and Nationalism in Afghanistan, 2. State Collapse and Political Reconstruction of Afghanistan, 3. Security and Economy of Violence in Afghanistan, 4. Analysis of Political Change in Afghanistan, 5. Constitution of Afghanistan.
A Symposium on "State Reconstruction and International Engagement in Afghanistan" was held at ZEF from 30.05.-01.06.2003.

Ansprechpartner:

Conrad Schetter, Manija Gardizi, Bernd Kuzmits

Publikationen:

Schetter, Conrad, 2004: Kleine Geschichte Afghanistans. München: Verlag C.H. Beck.
Schetter, Conrad/Almut Wieland-Karimi (Hg.), 1999: Afghanistan in Geschichte und Gegenwart. Schriftenreihe der Mediothek für Afghanistan. Nr. 1. Frankfurt a.M.: IKO-Verlag.

Links:

http://www.zef.de/research_activities/project_schetter.htm

Kooperation mit:

BMZ (3.4.2.), Swisspeace/FAST, LSE (6.1.10.), BICC (3.1.3.)


Projekt: Local Governance and State-Building in Central Asia

Kurzbeschreibung:

The project will investigate the interdependence, development and functionality of formal and informal structures on both sides of the Amu Darya basin in southern Uzbekistan (Termez), southern Tajikistan (Shartuz) and northern Afghanistan (Kunduz). On the one hand the research project will analyze the development of informal and formal structures along the Amu Darya starting from their common affiliation to the Khanate of Buchara up to their incorporation in today’s states of Uzbekistan, Tajikistan and Afghanistan. Herewith the research will focus on elements of reciprocity and dissociation between formal and informal structures in the process of state-building and of the functionality of formal and informal structures concerning the implementation of public policies. Following points of contact between society/communities and state were identified as subject of the empirical analysis: organization and efficiency of the implementation of state regulation (administration and decision-making), the distribution of and the access to fundamental resources (water and land management) as well as the organization of the judicature. Quelle: Website (s.u.)
The PhD Project on “Local Governance and State Formation in the Amu Darya Borderlands (Central Asia)” is closely connected to this project. See: http://www.zef.de/research_activities/project_kuzmits.htm.

Ansprechpartner:

Conrad Schetter, Bernd Kuzmits

Publikationen:

Schetter, Conrad/Bernd Kuzmits, 2004: Why a Further Afghanistan Conference. ZEF Policy Brief 1. Bonn: Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität Bonn.


Weitere Projekte mit mittelbarem Bezug zu Staatsversagen:

Innerhalb der Forschungsgruppe: “Collective violence and local level politics in Southern Africa”, “Civil Conflict Prevention”, “The Role of Semidemocracies for Nation-Building and Development in Deeply Divided Societies. Malaysia & South Africa in Comparison”, “The Politics of Poverty Alleviation in the Context of Political and Administrative Reforms. The Case Study of Decentralisation in Malawi”. Außerhalb der Forschungsgruppe: “Decentralization and Poverty”, “Democracy, Rule of Law & Governance”.


3.2. Politische Stiftungen

3.2.1. Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Bonn

Arbeitsbereich 3 des Afrika-Referates: Prävention von Konflikten, Vertiefung von Demokratie im Sicherheitssektor und Aufbau regionaler sicherheitspolitischer Strukturen

Kurzbeschreibung:

Jahrzehntelange gewaltsame Auseinandersetzungen in vielen Teilen Afrikas und chronische Instabilität haben die Entwicklung behindert. Notwendige Voraussetzung für die Rückkehr Afrikas auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad ist die Verbesserung der Sicherheit der Menschen. Der Arbeit im Sicherheitssektor (Polizei und Militär) kommt deshalb besondere Bedeutung zu. Folgende Ziele werden in der Arbeit des Afrika-Referats verfolgt: 1. Stärkung der Kontrollkapazitäten ziviler und nichtstaatlicher Einrichtungen, 2. Stärkung des demokratischen rechtsstaatlichen Denkens in den Sicherheitskräften, 3. Förderung der kooperativen Beziehungen zwischen zivilen Einrichtungen und den Sicherheitskräften.
Ergänzend zu der Arbeit im Sicherheitssektor fördert das Afrika-Referat den Aufbau und die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit. In der Arbeit im Sicherheitssektor geht es vor allem um technische Fragen und Ausbildungsfragen zur Rolle und Gestaltung des Justiz- und Polizeisektors in der Gesellschaft. Ergänzt wird die Arbeit durch Maßnahmen zur Kapazitätserhöhung der fachlichen und organisatorischen Kompetenz von Menschenrechtsorganisationen und anderen Lobby-Einrichtungen. Im Arbeitsbereich „Stärkung der Rechtsstaatlichkeit“ geht es um die Herstellung des staatlichen Gewaltmonopols und die Förderung  der Gewaltenteilung und -kontrolle zwischen Legislative, Exekutive und Judikative auf der Grundlage einer unabhängigen Justiz. Dazu gehört auch die Förderung und Unterstützung unabhängiger Medien.
Für unsere Arbeit ist darüber hinaus die Förderung des Staates als sozialer Staat von besonderer Bedeutung. Auch in diesem Kontext spielen Recht und Justiz eine wichtige Rolle, z. B. im Arbeitsrecht, Frauen- und Familienrecht und im Sozialrecht. Quelle: Website (s.u.)

Links:

http://www.fes.de/international/afrika/index.html


Project: Progressive Responses to 'State Failure'

Kurzbeschreibung:

Das Londoner Büro der Friedrich Ebert Stiftung richtete im Oktober 2003 ein eintägiges Symposium über „Effective States“ in Kooperation mit dem IPPR aus (weitere Informationen dort: ).


3.2.2. Heinrich Böll Stiftung (HBS), Berlin

Projektgruppe State-building und Demokratisierung

Kurzbeschreibung:

Die HBS richtet ab März 2005 eine überregionale Projektgruppe zum Thema "State-building und Demokratisierung" ein, die von Dr. Antonie Nord geleitet wird. In dieser Projektgruppe soll zum einen konzeptionell zu dem Thema gearbeitet werden und zum anderen eine Vernetzung der Aktivitäten, die die Stiftung vor Ort in Regionen fördert, die von Staatszerfall betroffen sind, stattfinden (z.B. Somalia, Afghanistan). Zusätzlich wird die Gruppe eigene Aktivitäten in Form von Workshops und Konferenzen durchführen. Ein Ziel besteht darin, in die Debatte um "failing" und "failed" states auch Sichtweisen aus dem globalen Süden, d.h. von Vertretern aus den betroffenen Regionen, zu integrieren. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Dr. Antonie Nord

Links:

http://www.boell.de




3.2.3. Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Sankt Augustin

Projekt: Democratic Transition and Consolidation in Africa

Kurzbeschreibung:

Auf der Basis eines einheitlichen Fragenkatalogs analysierte man sowohl staatliche Strukturen als auch die Probleme der jeweiligen Transitionsprozesse. Dieser methodologische Ansatz ermöglichte erstmals einen länderübergreifenden Vergleich. Die Untersuchungsreihe wurde 2002 mit den Länderanalysen zu Simbabwe, Kenia, Nigeria und Burkina Faso gestartet und 2003 mit den Fallstudien Malawi, Mosambik und Sambia abgeschlossen. Entscheidend für die Auswahl der Länder wurde der dysfunktionale Charakter ihrer Demokratisierungsprozesse. In allen sieben Staaten wurde die Transition nie erfolgreich abgeschlossen. Teilweise trat nach einem erfolgversprechenden Beginn eine Stagnationsphase ein oder der Prozess driftete in eine demokratische Rezession ab.
Anliegen der Studienreihe, die in verkürzter und aktualisierter Version 2004 auch als Sammelband erscheinen wird, ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den jeweiligen Demokratisierungsprozessen herauszuarbeiten und die Ursachen für Blockaden und Probleme zu identifizieren. Darüber hinaus versucht die qualitative Untersuchungsreihe eine akademische Basis zu liefern, von der ausgehend politische Handlungsempfehlungen zur Unterstützung der Demokratisierungs­prozesse in den jeweiligen Ländern ausgesprochen werden können.
Alle Fallstudien wurden von einem Team, zusammengesetzt aus einem deutschen und einem nationalen Wissenschaftler, ausgearbeitet. Als qualitative Analysen stützen sich die Studien auf persönliche Beobachtungen, ca. 200 Interviews und die Auswertung sekundärer Quellen, inklusive Meinungsumfragen. Auf der Basis des von Robert A Dahl und Larry Diamond vertretenen Ansatzes konzentrieren sich die Untersuchungen auf die Bereiche politischer Wettbewerb und Partizipation, zivile und politische Rechte, politischer und zivilgesellschaftlicher Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit, und den Aspekt der Gewaltenteilung bzw. –verschränkung. Darüber hinaus analysieren die Autoren das Verhalten politischer Akteure und den Charakter der jeweiligen politischen Kultur. Zur Vermeidung einer reinen Status-quo-Analyse, die einer Identifikation der Ursachen der blockierten Konsolidierungsprozesse nicht gerecht würde, betonen die Studien den Prozesscharakter der Transition und berücksichtigen Besonderheiten des Prozesses als auch historische Erblasten, die den Verlauf beeinflussen könnten. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Andrea E. Ostheimer

Publikationen:

Büttner, Annette, 2004: Wenn Chaos regiert. Staatszerfall in Entwicklungsländern: Ursachen, Folgen und Regulierungsmöglichkeiten. Arbeitspapier 125, März 2004. Sankt Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung.

Links:

http://www.kas.de/international/entwicklung/subsahara/1667_webseite.html

Weitere relevante Projekte:

Malawi’s process of democratic transition. An analysis of political developments between 1990 and 2003; Transition in Zambia: The Hybridisation of the Third Republic; How to remove the stains from Mozambique’s democratic track record: Challenges for the democratisation process between 1990 and 2003.




3.3. Weitere Stiftungen und Vereinigungen

3.3.1. Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), Bonn

Projekt: Entwicklung und failing states

Kurzbeschreibung:

Staatsversagen und -zerfall sind schwerwiegende Entwicklungshemmnisse für Länder und ganze Regionen. Regierungen solcher Staaten sind oft nicht fähig oder willens, die Interessen ihrer Völker adäquat zu vertreten und an globalen Politikprozessen sinnvoll mitzuwirken. Ohne funktionierende staatliche Strukturen gibt es auch und gerade unter den Bedingungen der Globalisierung keine dauerhafte Sicherheit und ohne Sicherheit keine Entwicklung. Dass innerstaatlicher Zerfall darüber hinaus zur Bedrohung regionaler und globaler Sicherheit werden kann, rückt im Zuge der Bekämpfung des transnationalen Terrorismus und privatisierter Gewalt zunehmend in den Blickpunkt.
Welches Modell von Staatlichkeit in einem Land erfolg versprechend ist und den modernen Anforderungen am besten gerecht werden kann, ist offen. Nicht nur dieser Umstand stellt externe Akteure vor enorme Schwierigkeiten im Umgang mit failing states. Ein zentrales Dilemma ist, dass einerseits zerfallende Staaten nicht sich selbst überlassen bleiben können, andererseits in Ländern mit labilen Strukturen, in denen meist ein hoher Grad an Korruption und Klientelismus herrscht, keine oder kaum legitimierte staatliche Ansprechpartner vorhanden sind. Dementsprechend lautet die Grundfrage: wie soll und kann Politik mit den Polen „Entwicklung“ und „failing states“ umgehen?
Es gibt keine allgemeingültige Definition des Begriffes failing states über alle wissenschaftlichen Disziplinen und politischen Handlungsmodelle hinweg. Staatszerfall oder fragile Staatlichkeit kann aber als ein Prozess definiert werden, in dem die Institutionen bestimmter Länder zunehmend unfähig werden, grundlegende staatliche Funktionen nach innen und außen zu erfüllen. In unterschiedlichem Maße betrifft dies den Sicherheitsbereich mit dem staatlichen Gewaltmonopol als Kern, die politische Ordnung inklusive Verwaltung und Rechtssystem, soziale Basisdienste und ökonomische Rahmenbedingungen. Unter den Begriff failing states fallen aber auch Staaten, in denen die Staatsbildung vorzeitig abgebrochen ist und in denen sich daher nie ein wirklicher Staat etabliert hat („abortive state“). Staatszerfall wird als ein (nicht unbedingt linearer) Prozess nachlassender Staatlichkeit interpretiert.
Dem entsprechend wird der Begriff failing states verwandt. Nicht nur gescheiterte Staaten und Länder mit weit fortgeschrittenem Zerfall werden demnach im Mittelpunkt stehen, sondern ebenso schwache und „unfertige“ Staaten mit einer erkennbaren Tendenz zum Versagen staatlicher Ordnung. Zudem wird es immer wieder auch um Länder gehen, deren Staatlichkeit relativ gefestigt ist oder die eine Phase fragiler Staatlichkeit weitgehend überwunden haben. Die Suche nach praktikablen multilateralen Handlungsansätzen für die Stabilisierung und Entwicklung von failing states sowie für die Prävention von Staatszerfall in gefährdeten Ländern stehen im Zentrum. Quelle: Zulieferung SEF.
Am 07./08.05.2004 führte die SEF einen Workshop zum Thema „Staaten zwischen Stabilität und Zerfall. Bestandsaufnahme und Problemanalysen aus drei Weltregionen“ durch, der vom BMZ finanziell unterstützt wurde. Ein erster Fachworkshop “Zwischen Stabilisierung, Reform und (Wieder)aufbau – Handlungsstrategien und –instrumente externer Akteure auf dem Prüfstand.“ Fand vom 30.09.-02.10.2004 in Berlin statt. Und Anfang Dezember 2004 richtete die Stiftung ein Symposium zum Thema: „Grenzüberschreitende Probleme – grenzüberschreitende Lösungen? Die regionale Dimension von Staatszerfall“ aus.

Ansprechpartner:

Dr. Burkhard Könitzer (Geschäftsführer), Judith Vorrath

Geplante Vorhaben:

SEF-Policy Paper 23: “Welche Strategien für Stabilität und Entwicklung in failing states?“ (Arbeitstitel) Autoren: Tobias Debiel/Stephan Klingebiel/Andreas Mehler/Ulrich Schneckener, Ende 2004/Anfang 2005
Zwei weitere Veröffentlichungen (u.a. Sammelband herausgegeben von Debiel/Putzel/Schneckener) und zwei Veranstaltungen in 2005 geplant.

Publikationen:

Hippler, Jochen, 2003: Nation-Building: Ein Schlüsselkonzept für friedliche Konfliktbearbeitung? EINE Welt; Bd. 17. Bonn: J.H.W. Dietz Nachf.
SEF, 2003: Nation-Building im Globalisierungsprozess. Ein Beitrag zu regionaler Stabilität und globaler Sicherheit? SEF News 16, Februar 2003. Stiftung Entwicklung und Frieden.
Vorrath, Judith, 2004: Staaten zwischen Stabilität und Zerfall. Bestandsaufnahme und Problemanalysen aus drei Weltregionen. Dokumentation. Eröffnungsworkshop der SEF-Projektreihe "Entwicklung und failing states", 7.-8.05.2004. Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) / Bonn International Center for Conversion (BICC).

Links:

http://www.sef-bonn.org/de/diesef/arbeitsschwerpunkte
/bilanz/index.php (Projekt)
,
http://www.sef-bonn.org/inc/sef.events.inhalt.php?lang=
de&show=67&year=2004&rel=1 (Workshop)

Kooperation mit:

INEF (3.1.13.), BICC (3.1.3.), BMZ (3.4.2.).




3.3.2. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Projekt: Transformation: Den Wandel gestalten

Kurzbeschreibung:

Die Gestaltung des friedlichen Wandels zu Demokratie und Marktwirtschaft bleibt auch im Zeitalter der Globalisierung eine der anspruchsvollsten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Aussichtsreiche strategische Ansätze zur Gestaltung des Systemwandels müssen auf der einen Seite präzise auf das jeweils vorhandene Anforderungsprofil in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zugeschnitten sein. Sie können auf der anderen Seite von den Erfolgs- und Misserfolgserfahrungen früherer Entwicklungs- und Transformationsprozesse lernen.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage nach angemessenen Möglichkeiten der Steuerung und Unterstützung von Entwicklungs- und Transformationsprozessen. Folgende Kernfragen stehen dabei im Mittelpunkt: 1. Durch welche strategische Ausrichtung und unter welchen Umständen können Entwicklung und Transformation erfolgreich gesteuert werden? 2. In welchen Staaten verlaufen Entwicklung und Transformation mit welchem Erfolg? Welche Best-Practice-Varianten lassen sich in verschiedenen, miteinander vergleichbaren Regionen ermitteln? 3. Wie lässt sich die Außenunterstützung des Systemwandels optimieren?
Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Beratungs- und Kompetenzzentrums für Entwicklung und Transformation. Dieses Zentrum soll in enger Zusammenarbeit mit einem internationalen Netzwerk von Experten und Institutionen weltweit Prozesse des Wandels analysieren. Ein Ranking sämtlicher Entwicklungs- und Transformationsstaaten führt die Ergebnisse zusammen. Die erhobenen Daten fließen in die Erarbeitung strategischer Empfehlungen für die Steuerung des Systemwandels ein. Länder- und regionenspezifische Politikempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Akteure und Unterstützungsorganisationen sollen dazu beitragen, Demokratie und Marktwirtschaft weltweit zu stärken. Zudem sollen die Themenbereiche Entwicklung und Transformation einer breiteren Öffentlichkeit in Politik, Wissenschaft und Medien vermittelt werden. Quelle: Website (s.u.)

Ansprechpartner:

Prof. Werner Weidenfeld, Josef Janning, Hauke Hartmann, Sabine Donner

Publikationen:

Bertelsmann Stiftung, 2004: Auf dem Weg zur marktwirtschaftlichen Demokratie. Bertelsmann Transformation Index 2003. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.
Bertelsmann Stiftung, 2004: Bertelsmann Transformation Index 2003. Politische Gestaltung im internationalen Vergleich. Gütersloh.
Brusis, Martin, 2003: Die Entwicklung von Reformkapazität: Einflussfaktoren und Wirkungslogiken. Strategiepapier für die Sitzung der Expertenkommission, Gütersloh 09./10.09.2003, Draft 29.08.2003. Gütersloh/München: Bertelsmann Stiftung/Centrum für angewandte Politikforschung.

Links:

http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/4321.jsp

Kooperation mit:

Bertelsmann Forschungsgruppe Politik am Centrum für angewandte Politikforschung (C.A.P.) an der Universität München




3.3.3. Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)

Arbeitskreis Systemwechsel

Kurzbeschreibung:

"Without state, no nation-state, no democracy", So lautete 1997 Juan Linz apodiktische These zum Zusammenhang von Staat, Nationenbildung und Demokratie. Ironischerweise war es damit einer der Nestoren des Regime-Begriffs in der empirischen Demokratietheorie, der "den" Staat zu einem der zentralen Begriff der Transformationsforschung erhob. Voraussetzung für eine "funktionierende" Demokratie, so Linz, sei ein nach innen wie nach außen souveräner und handlungsfähiger Staat. Die Bedingung Staatlichkeit (stateness) sei deshalb von grundlegender Bedeutung, weil Staat die Grundeinheit darstelle, auf die sich die demokratische Qualität eines Landes beziehe. Demokratie kann deshalb nur dort errichtet werden, wo ein Staat besteht. Wo die Herrschaftsstruktur als solche nicht einheitlich und institutionell gesichert ist, kann Herrschaft nur partiell demokratisiert werden.
Diese Feststellung bildete den Referenzpunkt der Tagung des Arbeitskreises „Systemwechsel“ im Juli 2001. Unter dem Titel „Staat und Staatlichkeit in Systemwechseln“ beschäftigte sich die Tagung mit Fragen der Staats- und Nationenbildung im Kontext politischer Transformationsprozesse zur Demokratie. Einige in diesem Zusammenhang entstandene Papiere sind im unten angegebenen Sammelband veröffentlicht worden. Quelle: Website (s.u.).

Ansprechpartner:

Aurel Croissant (Sprecher, Universität Heidelberg), Dr. Gero Erdmann (IAK), Dr. Friedbert W. Rüb (Universität Hamburg)

Publikationen:

Bendel, Petra/Aurel Croissant/Friedbert W. Rüb (Hg.), 2002: Zwischen Diktatur und Demokratie. Zur Konzeption und Empirie demokratischer Grauzonen. Opladen: Leske + Budrich.
Bendel, Petra/Aurel Croissant/Friedbert W. Rüb (Hg.), 2003: Demokratie und Staatlichkeit. Systemwechsel zwischen Staatsreform und Staatskollaps. Opladen: Leske + Budrich.
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band I: Theorien und Konzepte. Opladen: Leske+Budrich.
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band II: Regionale Perspektiven. Opladen: Leske + Budrich.
Croissant, Aurel, 2002: Von der Transition zur defekten Demokratie. Demokratische Entwicklung in den Philippinen, Südkorea und Thailand. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Links:

http://systemwechsel.uni-hd.de/systemwechsel/start.html,
http://www.dvpw.de/dummy/index.php?id=55




3.4. Bundesregierung, Durchführungsorganisationen und Kooperation Staat-Zivilgesellschaft

3.4.1. Bundesregierung (übergreifend)

Projekt: Aktionsplan „Zivile Konfliktprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ der Bundesregierung

Kurzbeschreibung:

Der Aktionsplan vom Mai 2004 schließt sich der Feststellung der neuen Europäischen Sicherheitsstrategie an, dass Staatszerfall zu den sicherheitspolitischen „Hauptbedrohungen“ zählt. Quelle: Website (s.u.)

Links:

http://www.diplo.de/www/de/aussenpolitik/friedenspolitik/ziv_km/
aktionsplan.pdf


3.4.2. Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Bonn und Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn

Die relevanten Tätigkeiten, insbesondere die Projektförderung beider Einrichtungen im Bereich Governance, kann und soll hier nicht in ihrer gesamten Breite erfasst werden. Wir beschränken uns daher auf relevante Untersuchungen, Aktivitäten der jüngsten Zeit sowie zentrale Grundlagenpapiere.


Evaluationen

BMZ und GTZ haben seit 2003 eine Reihe von Evaluationen und Diskussionspapieren im Themenbereich des Projektes erstellen lassen. Dazu zählten: Lüders, Michael/Armin K. Nolting, 2003: Förderung von Good Governance in arabisch-islamischen Gesellschaften. Diskussionspapier. Draft, 10.12.2003, Sektorvorhaben "Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn.
Debiel, Tobias/Ulf Terlinden, 2004: Förderung von Good Governance in Nachkriegsgesellschaften. Diskussionspapier. Draft, April 2004, Sektorvorhaben "Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn.

Kooperation mit:

ZEF (3.1.18.)

Demokratie und Good Governance in jungen Demokratien: Diese Studie verfolgte das Ziel, konzeptionelle Überlegungen zur Entwicklungspolitik gegenüber jungen, noch nicht konsolidierten Demokratien anzustellen und Vorstellungen zu konkreten Maßnahmen wie Sequenzierungen, angemessenen Entrypoints etc. zu benennen.

Kooperation mit:

ABI (3.1.2.)

Links:

http://www.arnold-bergstraesser.de/grundlagenforschung-
projekte.htm#Demokratie

Designstudie, Länderstudien und Querschnittsauswertung zu Demokratie und Good Governance in Ländern mit schwierigen Rahmenbedingungen

Claus, Burghard/Berthold Kuhn/Sabine Kurtenbach, 2002: Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Demokratie und Good Governance in Ländern mit „schwierigen“ Rahmenbedingungen. Designstudie im Auftrag des BMZ. Unveröffentlichte Studie, Dezember 2002, Bonn.
Kurtenbach, Sabine/Heribert Weiland, 2004: Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Demokratie und Good Governance. Querschnittsauswertung der Länderstudien aus Äthiopien, Angola, Guatemala und Kambodscha. Abschlußbericht Januar 2004, ZEP 02/A8. Bonn: Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung.
Zudem liegen Teilstudien zu den genannten vier Ländern vor.

Politische Grundsätze

Zu den relevanten politische Grundsatzpapieren zählen:
BMZ, 2002: Good Governance in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Ein Positionspapier des BMZ. BMZ Spezial 044, Juni 2002. Bonn.
BMZ, 2002: Indicators and notes for incorporating local political, economic and social conditions and global structural aspects into framework planning (Criteria Checklist 2002), Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung, Bonn.
BMZ, o. J.: Bestimmungsfaktoren für Art und Umfang der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Bonn: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung.

Eschborner Fachtage

Die GTZ richtete die ihre Jahresveranstaltung 2004 zum Thema „Good Governance – Staat und Gesellschaft gestalten Entwicklung“ aus, welches auch das GTZ-Schwerpunktthema 2004 bildet.
Für den Bereich Afrika wurde zudem ein Diskussionspapier in Auftrag gegeben:
Mehler, Andreas, 2004: Diskussionspapier Governance Afrika für die GTZ. Entwurf, 05.01.2003, Institut für Afrikakunde, Hamburg.




3.4.3. Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt)
Kurzbeschreibung:

Das Thema Staatszerfall ist bislang kein Schwerpunktthema der Gruppe Friedensentwicklung. Es spielt jedoch eine Rolle bei der Suche nach Handlungsansätzen zur Einhegung von Gewaltökonomien, mit der sich FriEnt befasst, sowie dem Thema der Gewaltprävention, was ebenfalls ein Schwerpunkthema für FriEnt ist. Grundsätzlich stellt FriEnt die Unterscheidung von Handlungsansätzen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene in den Mittelpunkt seiner Arbeit, um darauf aufbauend Möglichkeiten und Grenzen einer stärkeren Kooperation der FriEnt-Organisationen zu formulieren. Die Arbeitsplanung für die nächste FriEnt-Phase steht zur Zeit an. Inwiefern "Staatszerfall" dabei eine Rolle spielt, wird vermutlich ab Herbst 2004 der FriEnt-Homepage zu entnehmen sein. Quelle: Zulieferung FriEnt.

Links:

http://www.frient.de/